Themenbereich
Religion, Mythologie und Spiritualität

Spirituelles Erwachen (1/4)
Weltbildwandel und Sinnstiftung


Wie man durch die Überwindung des Materialismus zum Sinn des Lebens vorstoßen kann 


1) Die Sackgasse des Materialismus

Am 3. Dezember 2023 war mit Sabine Hossenfelder eine der populärsten Physikerinnen der Gegenwart zu Gast in der Sendung „Sternstunde Philosophie“ des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Sabine Hossenfelder betreibt einen YouTube-Kanal mit über einer Million Abonnenten und ist Autorin mehrerer Bestseller. Sie ist bekannt für ihr dezidiert naturwissenschaftlich-materialistisches Weltbild, wonach kein von Materie unabhängiges Bewusstsein existieren kann und folglich auch niemand über einen freien Willen verfügt:

„Es gibt die Naturgesetze. Und die Naturgesetze sind teilweise deterministisch. Sie sagen: Die Zukunft folgt aus der Vergangenheit, Ihre heutigen Handlungen ergeben sich aus dem Universum von gestern, das sich wiederum aus dem Zustand des Universums von vorvorgestern ergibt, und so weiter, bis zurück zum Beginn des Universums. Dann gibt es noch die Quantenmechanik, die noch ein Zufallselement mit hineinbringt. Der freie Wille – ich wüsste nicht, was das sein soll und wo der da noch hineinpassen könnte.” (Interview in der Neuen Züricher Zeitung vom 3. März 2024)

Im Klartext bedeutet dies, dass bereits im Urknall festgelegt war, dass Sie in diesem Augenblick diese Zeilen lesen. Sofern Quantenprozesse im Gehirn eine Rolle spielen, könnte Sie auch der Zufall dazu bewogen haben, diese Artikelseite zu besuchen. Eine bewusste und freie Entscheidung Ihrerseits kann es jedenfalls nicht gewesen sein. Denn alles, was Sie denken, fühlen und tun, resultiert laut materialistischer Naturwissenschaft aus biochemischen und bioelektrischen Prozessen in Ihrem Gehirn. Weil diese aber festen Naturgesetzen unterliegen, sind Ihre aktuellen Gedanken und Absichten die Wirkungen von materiellen Ursachen, die wiederum Wirkungen aus vorherigen Ursachen waren, die ebenfalls Wirkungen früherer Ursachen waren – und so weiter und so fort. Der Quantenzufall mag hin und wieder für Abweichungen und Varianz sorgen, steuern können Sie diesen Zufall laut Hossenfelder aber nicht. Daraus folgt, dass Sie rein gar nichts, was Sie in Ihrem Leben denken und tun, in irgendeiner Weise bewusst beeinflussen können. Ihr Bewusstsein ist nach diesem naturwissenschaftlichen Weltbild bloß eine Illusion des Gehirns.

Diese Sicht auf uns Menschen suggeriert eine kaum zu überbietende Sinnlosigkeit! Sie erniedrigt jeden von uns zu einem unbedeutenden und noch dazu völlig ohnmächtigen Beobachter eines Weltgeschehens, das seit dem Urknall vorgezeichnet ist und durch Quantenprozesse zufällige Verläufe annimmt. 

Das betrifft auch unsere Gedanken und Gefühle. Laut materialistischer Naturwissenschaft erscheint es uns nur so, als würden wir aus freier und eigener Initiative etwas denken, fühlen oder entscheiden. In Wirklichkeit erlebten wir aber nur die Wirkungen von materiellen Prozessen, die wir nicht im Geringsten kontrollieren können.

Weil dieses Weltbild so trostlos ist, stürzt Sabine Hossenfelder ihre Leser und Follower regelmäßig in Sinnkrisen. Sie selbst sagt dazu:

„Ich habe ab und zu als Reaktion auf meine Bücher oder Videos sehr traurige Leserbriefe bekommen. Gerade wenn es in meinen Büchern oder Videos um Fragen geht, wie das Universum begann oder ob wir einen freien Willen haben. Ich beschränke mich dann auf die Sachen, die wir wirklich wissen. Das ist für manche Menschen ernüchternd, deshalb gebe ich inzwischen eine Vorwarnung: Bei mir wird nicht herumgeschwafelt.“ (Interview in der Neuen Züricher Zeitung vom 3. März 2024)

Nicht nur die Leser und Follower von Sabine Hossenfelder sowie die vielen Menschen, die im Laufe ihrer Sozialisation mit einem materialistischen Weltbild aufgewachsen sind, leiden darunter. Wie Sabine Hossenfelder im besagten Interview in der „Sternstunde Philosophie“ preisgab, hat sie selbst jahrelang unter ihrer eigenen Weltsicht gelitten, und zwar so sehr, dass sie eine Psychologin aufsuchte (siehe im nachstehenden Video ab Minute 23:00). Welch traurige Ironie!

VIDEO: Dr. Sabine Hossenfelder im Interview

56:42 Minuten, deutsch

Ab Minute 23:00 berichtet die Physikerin und Materialistin Dr. Sabine Hossenfelder, wie sie selbst unter ihrem eigenen Weltbild derart gelitten hat, dass sie sich in eine Psychotherapie begab.

In dem hier verlinkten Interview deutet Sabine Hossenfelder an, dass ihr die Psychologin nicht wirklich weiterhelfen konnte. Stattdessen löste sie ihr Problem irgendwann selbst, indem sie beschloss, das Thema „Willensfreiheit“ einfach als irrelevant für ihr eigenes Leben einzustufen. 

Auf Basis ihres eigenen Weltbildes stellt sich dann eigentlich nur noch die Frage, ob dieser Beschluss bereits im Urknall angelegt war oder doch eher durch den Quantenzufall zustande kam… 

Die Geschichte von Sabine Hossenfelder demonstriert sehr anschaulich, in welch absurde Sackgasse uns die materialistische Naturwissenschaft hineinführt. Wir wünschen Frau Hossenfelder von Herzen, dass sie alsbald auf unsere Website stoßen wird, damit sie sich aus ihrem materialistischen Tunnelblick befreien kann. Dann könnte sie erfahren, dass es sehr wohl überprüfbare Indizienbeweise für eine nichtphysische Wirklichkeit gibt und dass Bewusstsein unabhängig vom Gehirn existieren und sogar kommunizieren kann (siehe hierzu die Themenbereiche "Bewusstseinsforschung" sowie "Rätselhafte Anomalien"). Der Tod bedeutet darum nicht das Ende unserer Existenz. Er beendet nur eine von mutmaßlich mehreren Episoden unseres physischen Daseins (siehe hierzu unsere Artikelseiten zur Reinkarnationsforschung)

2) Spiritualität als sinnvolle Alternative?

Die Tatsache, dass wir nicht sterben können, bedeutet zugleich, dass wir unser diesseitiges Leben viel gelassener und entspannter angehen dürfen. Laut materialistischer Naturwissenschaft lebt jeder Mensch nur zufällig und nur ein einziges Mal. Wer seine Existenz in dieser Weise begreift, könnte schnell zu dem Schluss kommen, dass er dieses einzigartige Leben maximal auskosten sollte. Das individuelle Streben nach privatem Glück ist ein typisches Symptom dieser Sichtweise. Befeuert durch die ständigen Manipulationen der Werbewirtschaft wird es zuvorderst in Äußerlichkeiten gesucht, sei es in der Steigerung des materiellen Wohlstands, im beruflichen Erfolg oder im Anhäufen spaßiger Erlebnisse. Die Angst, nicht gut genug zu sein oder Dinge zu verpassen, folgt jenem Streben auf dem Fuße. Im Zweifel muss das „perfekte“ Leben halt in den sozialen Medien inszeniert werden, weshalb stets nur die besten und aufregendsten Lebenssituationen zur Schau gestellt werden.

Vor dem Hintergrund eines spirituellen Weltbildes wäre das alles nicht mehr nötig. Und es wäre auch nicht schlimm, wenn Sie keinen hohen Wohlstand anhäufen oder kein aufregendes Leben führen würden. 

Reichtum mag viele Vorteile mit sich bringen und es ist nichts Verwerfliches daran, Freude an materiellen Dingen zu haben. Dennoch rücken materielle Werte in den Hintergrund, sobald man erkannt hat, dass es hinter der materiellen Wirklichkeit noch eine metaphysische Hintergrundrealität gibt.

Menschen, die sich auf den Weg machen, diese Hintergrundrealität zu erfahren, sind spirituelle Menschen. Sie haben begriffen, dass unser materielles Universum als Schöpfung eines Geistes nur Maya (hinduistische Philosophie), nur Schatten (Platon), nur Simulation (Campbell), nur Vorstellung (Schopenhauer) beziehungsweise nur „Ding für uns“ (Kant) ist. Um die geistige Quelle hinter diesem materiellen Schleier zu ergründen, fangen sie dort an zu suchen, wo sich dieser Geist für sie selbst am unmittelbarsten manifestiert: im eigenen Ich. Spirituelle Menschen verbringen viel Zeit damit, in sich selbst zu versinken. So können sie auf konstruktive Weise über ihre Gedanken, ihre Motivationen und ihre Gefühle reflektieren und versuchen, Bewusstseinszustände zu erreichen, die ihnen eine erweiterte Wahrnehmung und vielleicht sogar ein Erleben geistiger Welten und Wesen erlaubt. Diese Art der Selbsterkundung ist von einer derart herausragenden Bedeutung, dass ihr im Anschluss eigene Artikelseiten gewidmet sind.

Zum anderen bedeutet „Entfaltung des Bewusstseins“, das Innere nach außen zu kehren. Wer sein Inneres gründlicher in den Blick nimmt, wird seine Lebensentscheidungen zwangsläufig bewusster treffen. 

Die Einsichten, die man im Inneren erlangt, werden aktiv nach außen drängen. Menschen, die einen spirituellen Weg einschlagen, wollen die in ihnen waltende Lebensenergie bewusst für sich nutzen wollen – ob in der Kunst, in der Musik, in der Schauspielerei, im Handwerk, in der Mediengestaltung, in Wissenschaft und Technik, in der Schriftstellerei, in der Produktentwicklung, in der Heilung oder auf welche Weise auch immer. Dabei spielt es keine Rolle, ob die jeweiligen Aktivitäten einen großen Publikumserfolg nach sich ziehen oder nicht. Bei der Entfaltung der eigenen Anlagen geht es nicht um Ruhm, sondern um die innere Freude am schöpferischen Wirken.

Entscheidend ist stets die Absicht, die hinter unseren Tätigkeiten steckt. Spirituelle Menschen streben die Verbindung an. Sie wollen andere Menschen mit ihrer Aktivität inspirieren, ihnen etwas geben, ihnen weiterhelfen. Wenn sie das erwerbsmäßig tun und dadurch Geld verdienen, ist das nichts Verwerfliches. Problematisch wird es im Sinne der spirituellen Weiterentwicklung nur dann, wenn Geldgier den Hauptantrieb für das eigene Schaffen darstellt. Wer tatkräftig nach Gewinnmaximierung strebt und das schlimmstenfalls auf Kosten anderer tut, der mag zwar durchaus sein schöpferisches Potential nutzen, kanalisiert es aber nicht in die Richtung, die ihn näher an die Quelle allen Seins bringt. Das Streben nach Ruhm und Reichtum stärkt eher das Ego als die Verbindung zu anderen. Um unsere Schaffenskraft nicht für selbstsüchtige oder gar zerstörerische Zwecke zu missbrauchen, bedarf es der Empathie. Als tätige Mitschöpfer tragen wir eine Mitverantwortung für das, was auf diesem Planeten geschieht. Wer sich wahrhaftig auf den spirituellen Pfad begibt, wird feinfühliger und bemüht sich, die Auswirkungen seiner Gedanken und Taten auf andere zu reflektieren.

Während im materialistischen Weltbild unsere alltäglichen Handlungen ohne Konsequenzen für das bleiben, was nach dem eigenen Tod geschieht, sehen spirituelle Menschen unsere Handlungen in einem größeren Zusammenhang. Sie wissen, dass unser Bewusstsein den Tod überdauert und unsere Gedanken und Taten darum in künftige Leben hineinwirken könnten. 

Das Motto „nach mir die Sintflut“ wäre in diesem Fall verfehlt. In einem spirituellen Weltbild ist es eben nicht so, dass wir hier auf der Erde tun und lassen könnten, was wir wollten, ohne dass wir dafür irgendwelche Konsequenzen tragen müssten. Wir könnten uns eben nicht damit herausreden, dass ja ohnehin alles egal sei, weil wir ja sowieso alle sterben. Im Gegenteil: Wenn wir den Tod überdauern und vielleicht sogar noch etliche Male wiederkehren, könnte es durchaus sein, dass die Art und Weise, wie wir unser aktuelles Leben bestreiten, in einem späteren Leben auf uns zurückfällt. Das soll nicht nach einer Drohung klingen, sondern nur deutlich machen, dass die Entwicklung des Bewusstseins mit dem physischen Tod keinen Abschluss findet und dass in nichtphysischen Daseinsbereichen womöglich Ursache-Wirkungsbeziehungen existieren, die über den physischen Tod hinausreichen.

Besonders wichtig scheint uns an dieser Stelle der Hinweis, dass die bis hierhin angesprochenen Wege der Bewusstseinsentfaltung, nämlich die innere Selbsterkundung, das schöpferische Tätigsein und die Entwicklung von Empathie, keinesfalls als mühsame Akte eines selbst auferlegten Zwangs verstanden werden dürfen. 

Wer den Herzenswunsch verspürt, der Quelle allen Daseins auf den Grund zu gehen, der wird Selbsterkundung, schöpferisches Tätigsein und empathisches Handeln nicht als moralische Imperative auffassen. Er wird es im Gegenteil als sehr erfüllend empfinden, auf Ruhm und Reichtum verzichten zu können, sein Leben als bewusster Mitschöpfer aktiv in die Hand zu nehmen und dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen.

Es ist ja davon abgesehen auch nicht so, dass rücksichtsloser Konsum und Egoismus stets den Weg in ein Leben voller Glück gewiesen hätten und dieses Glück nun durch die Rückbesinnung auf die Spiritualität jäh beendet würde. Im Gegenteil hat sich der egoistische Weg für die meisten Menschen als eine Sackgasse erwiesen. Das haben nicht nur die großen Religionen und Philosophen schon immer gewusst. In den letzten Jahrzehnten wurde das auch mehrfach durch die empirische Glücksforschung belegt. Demnach beziehen Menschen ihr Glück in erster Linie daraus, sich in wertschätzender Verbindung mit anderen zu fühlen. Materieller Wohlstand ist nur in dem Sinne zuträglich, wie er ein sorgenfreies Leben garantiert. Wenn man es schafft, den omnipräsenten Manipulationsversuchen der Werbeindustrie sowie dem andauernden Vergleich mit anderen zu widerstehen, dann kann die daraus resultierende Konsumzurückhaltung wie eine Befreiung wirken. Sich von Äußerlichkeiten wie Geld und Erfolg abzuwenden, bedeutet insofern keine schmerzliche Einschränkung. Auch die meditative Erkundung des eigenen Selbst stellt keine mühevolle Qual dar, ebenso wenig wie die empathische Hinwendung zur Schöpfung. All das wirkt im Gegenteil erfüllend und beglückend, sofern es aus einem inneren Antrieb erfolgt.

Gleichwohl müssen es spirituelle Menschen in unserer materialistischen Gesellschaft aushalten können, anders zu ticken als die meisten anderen. Besonders schwer dürfte es fallen, dabei zusehen zu müssen, wie besonders skrupellose Menschen bewusst bösartig handeln, indem sie Kriege anzetteln, foltern, die Umwelt zerstören oder andere Menschen ausbeuten. Obschon diese Taten aus spiritueller Sicht nicht gutgeheißen werden können und müssen, gebietet die Einsicht in die Natur der Schöpfung, mit den Übeltätern dieser Welt Nachsicht walten zu lassen. Spirituelle Lehrer aus Vergangenheit und Gegenwart ermahnen uns, Bösartigkeit, die ja nach Ansicht vieler philosophischer Konzepte, religiöser Überlieferungen und zeitgenössischer Channelings aus Unkenntnis beziehungsweise Trennung resultiert, anders zu bewerten. Sie werben für Verständnis und Vergebung statt für Bestrafung und Wut. Und statt andere Menschen zu bevormunden, die in ihrer spirituellen Entwicklung noch nicht so weit sind, halten sie es für besser, Hilfe anzubieten und durch das eigene Vorbild zu wirken.

Zugegebenermaßen hört sich das nach einer recht anspruchsvollen Haltung an. Nichtsdestotrotz mag der hier aufgezeigte Weg helfen, nicht mehr ganz so sehr an der misslichen Lage des Planeten zu verzweifeln. Die Erde als einen riesigen Lernort zu betrachten, an dem Seelen reifen wollen und manche halt noch nicht so weit sind, entspannt die Sicht auf das Weltgeschehen doch erheblich. Mit Wut und Aggression gegen das Böse zu rebellieren, würde es sicherlich nicht besser machen.

3) Weiterführende Informationen und Buchtipps