Worin sich Mythologien aus aller Welt ähneln und welches Erkenntnispotential sie für die Suche nach tieferer Wahrheit bieten
Wir sind historisch und weltweit die einzige Gesellschaft, in der ein Großteil der Bevölkerung das Konzept eines von Materie unabhängigen und unsterblichen Geistes als ein irreales Fantasieprodukt des physischen Gehirns abtut und das Universum als einen bloß zufällig entstandenen, kalten, seelenlosen und sinnlosen Ort betrachtet. Dadurch haben wir unsere Welt im wahrsten Sinne des Wortes „entzaubert“ (siehe hierzu die auch berühmte und treffende Analyse des Soziologen Max Weber vom Beginn des 20. Jahrhunderts).
Das wäre ja nicht weiter schlimm, wenn diese Sichtweise zumindest stimmen würde – auch wenn es psychologisch schmerzvoll sein mag, sich selbst als sinnloses und nur zufällig entstandenes, sterbliches Materiekonglomerat zu begreifen. Sehr wahrscheinlich ist die materialistische Sicht auf die Welt und den Menschen aber reduktionistisch (siehe hierzu die entsprechenden Indizien aus dem Themenbereich "Bewusstseinsforschung"): Wer behauptet, es existiere nur das, was naturwissenschaftlich bewiesen werden kann, wohingegen alles, was sich durch objektive Messung unter kontrollierten Bedingungen nicht nachweisen lässt, bloße Illusion sei, der schneidet sich selbst von tieferer Erkenntnis ab.
Objektive Wissenschaft spielt sich halt nur auf der Ebene des Physischen, also der „Schattenwelt“ (Platon), der Welt als „Vorstellung“ (Schopenhauer), der Raumzeit-Dimensionen „X1 bis X4“ (Heim) oder der „PMR-Simulation“ (Campbell) ab. Metaphysische Wahrheit vermag die Naturwissenschaft nicht zu ermitteln (siehe hierzu unsere Artikelseite "Grenzen der Wissenschaft aus philosophischer Sicht" im Themenbereich "Philosophie und Wissenschaft"). Darum ist es legitim, auch andere Weltzugänge in den Blick zu nehmen - etwa mythologische oder religiöse Erzählungen, die sich - möglicherweise - aus intuitiven bzw. medialen und damit aus verschiedenen subjektiven Informations- bzw. Inspirationsquellen speisen.