Wo trotz aller Unterschiede im Detail der gemeinsame Kern aller Religionen steckt
Satan untersteht im Judentum vollständig Gottes Kontrolle und wird von Gott eingesetzt, um Gläubige durch Leid oder Verführung auf die Probe zu stellen. Satan ist im Judentum also eher mit einem Engel (also einem Gehilfen Gottes) vergleichbar.
Auch im Islam gibt es keinen Satan im Sinne eines mächtigen und offen rebellierenden Gegenspielers. Wohl aber gibt es mit dem Geistwesen „Iblis“ eine zumindest in einem Einzelaspekt ungehorsame Gestalt: Iblis soll sich Gottes Aufforderung widersetzt haben, sich vor dessen Schöpfungswerk des Menschen in Person von Adam zu verneigen. Von Gott verstoßen, tritt er seither als Feind der Menschen auf und versucht sie zur Sünde zu verführen – so wie es auch der christliche Satan tut.
Grundsätzlich gibt es im muslimischen Glauben neben den Engeln noch eine zweite Kategorie von Geistwesen, die mitunter auch Böses im Schilde führen und uns Menschen negativ beeinflussen können. Diese Geistwesen werden im Islam „Dschinn“ genannt. Dschinn sind aber keinesfalls allesamt bösartig oder ungehorsam. Deshalb sind sie nicht pauschal mit den christlichen Dämonen vergleichbar. Wie Menschen wurden sie von Allah geschaffen, um ihm zu dienen. Und wie bei den Menschen sind einige von ihnen folgsam und andere nicht. Die Menschen sind laut Islam höhergestellt als die Dschinn. Weil die Dschinn geistige Wesen sind, verfügen sie dennoch über Eigenschaften, die sie aus menschlicher Sicht überlegen machen:
Māra und seine Gefolgschaft bedienen sich nach dem Glauben der Buddhisten nicht nur der Verführung und anderer manipulativer Techniken. Sogar Naturgewalten soll Māra über die Menschen bringen können. Im Hinduismus heißen Dämonen „Asuras“. Ihnen gegenüber stehen die „Devas“, denen verschiedene Aufgaben bei der Erhaltung der Schöpfung zukommen, indem sie zum Beispiel die Naturerscheinungen lenken. In dieser Hinsicht ähneln diese übernatürlichen Wesen den Göttern, wie wir sie aus den vorchristlichen Kulturen Europas kennen. Auch im Taoismus existieren übernatürliche und götterähnliche Wesen. Und es existieren (mehrere) Himmel und die Unterwelt.
Buddha hatte sich, wie bereits auf einer vorigen Artikelseite erwähnt, nicht mit metaphysischen und kosmologischen Fragen befassen wollen. Dennoch hat sich im Laufe der Zeit auch unter Buddhisten die Vorstellung von Himmel und Hölle durchgesetzt, die sich wiederum stark an hinduistischen Glaubenstraditionen orientiert. Dort wird die Hölle „Naraka“ genannt. Weil die fernöstlichen Religionen von Reinkarnation ausgehen, meint „Naraka“ allerdings keinen Ort ewiger Verdamnis, sondern nur einen vorübergehenden, läuternden Übergang, in dem Sünder auf ihre nächste Wiederverkörperung vorbereitet werden. Auch der Himmel ist im Hinduismus keine Endstation. Er besteht aus verschiedenen Sphären („Lokas“), in denen sich verschiedene Wesenheiten aufhalten. In einer erdnahen Ebene warten die Seelen gewöhnlicher Verstorbener auf ihre Wiedergeburt. In höheren Sphären sind die Götter beheimatet. Dort sind sie dem Prinzip des Karma und dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt („Samsara“) ebenso unterworfen wie alle anderen Geschöpfe, die noch keinen Erlösungszustand („Moksha“ beziehungsweise im Buddhismus „Nirwana“) erreicht haben.
Aus unserer Sicht kann das nur mit Absolutheits- und Herrschaftsansprüchen begründet werden. Denn warum sonst sollte immer nur diejenige Offenbarung richtig sein, die der eigenen Religion zugrunde liegt? Was gibt einem das Recht, zu behaupten, alle anderen und späteren Offenbarungen seien grundsätzlich und ausnahmslos falsch?
Um zu entscheiden, ob eine vermeintliche Offenbarung echt ist oder nicht, hilft Dogmatismus nicht weiter. Stattdessen helfen rationale Methoden, die Sie in unserer Artikelsammlung "Channeling - EInbildung oder Realität?" vorfinden. Dazu gehört neben der Prüfung der transkribierten Texte anhand verschiedener qualitativer Kriterien eine kritische Einschätzung der Glaubwürdigkeit derjenigen Personen, die vorgeben, entsprechende Botschaften empfangen zu haben. Bei historischen Botschaften, die erst aufgeschrieben wurden, nachdem sie zuvor über Jahre hinweg nur mündlich weitergetragen wurden, bleibt in Punkto Entstehungskontext vieles im Dunkeln. Daraus folgt ein gravierendes Problem. Denn wie will man die Authentizität von einer Botschaft abschätzen, wenn man noch nicht einmal genau wissen kann, wer sie wann unter welchen Umständen aufgeschrieben hat und von wem sie ursprünglich tatsächlich formuliert wurde? Und wie will man rückwirkend die Glaubwürdigkeit von Propheten beurteilen, die seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden tot sind?