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Rätselhafte Anomalien

Rätselhafte Funde und Bauwerke (2/5)
Fallbeispiel: Die große Pyramide


Die große Pyramide von Gizeh ist ein Meisterwerk der Baukunst. Bis heute ist nicht vollends geklärt, wie genau sie errichtet wurde.


1) Entstehung und Funktion der großen Pyramide aus Sicht der klassischen Archäologie

Laut klassischer Geschichtsschreibung wurde die große Pyramide von Gizeh im Auftrag von Pharao Khufu als dessen eigene Grabstätte errichtet (auf griechisch heißt Khufu "Cheops" - daher auch der Name "Cheops-Pyramide"). 

Um 2580 v. Chr. ließ der Pharao demnach während etwa 20 Jahren Millionen Tonnen Kalkstein und Granit bearbeiten und aufeinanderstapeln.

Im Inneren der Pyramide befindet sich ein Netzwerk aus Korridoren und Kammern. Ein absteigender Gang führt vom Eingang tief unter die Pyramide, ein aufsteigender zur imposanten Großen Galerie, einem gewölbten Korridor, der das Gewicht der darüber liegenden Steine von der Königskammer ablenkt.

Was die innere Struktur der Pyramide angeht, sind die Deutungen der Ägyptologen spekulativ. Die Königinnenkammer bildet eines der vielen Rätsel: Man weiß nicht sicher, ob sie als Grab, als Ort für Rituale oder nur symbolisch genutzt wurde. Besonders geheimnisvoll sind die sogenannten "Luftschächte": schmale und schnurgerade Tunnel, die scheinbar in den Himmel führen. Ihre genaue Funktion ist umstritten - Astronomische Ausrichtung, rituelle Bedeutung oder einfach nur Baupraktik? Niemand weiß es genau.

Querschnitt durch die Cheops-Pyramide: 1. Ursprünglicher Eingang; 2. al-Ma'mun-Tunnel (heutiger Zugang); 3. Verbindung zwischen ab- und aufsteigendem Korridor; 4. Absteigender Korridor; 5. Felsenkammer; 6. Aufsteigender Korridor; 7. Königinnenkammer mit „Luftschächten“ (7′); 8. Horizontaler Gang; 9. Große Galerie; 10. Königskammer mit „Luftschächten“ (10′); 11. Korridor zur Königskammer mit Blockiersteinkammer; 12. Luft- oder Fluchtschacht mit „Grotte“
BILDQUELLE: https://de.wikipedia.org/wiki/Cheops-Pyramide#/media/Datei:Kheops-coupe.svg (gemeinfrei)

Insgesamt wurden für den Bau rund 2,3 Millionen Steinblöcke benötigt, jeder zwischen zwei und 80 Tonnen schwer.

Nach klassischer Vorstellung der Archäologen nutzten die Ägypter eine Kombination aus Rampen, Hebeln und Holzrollen, um die tonnenschweren Steine aus Steinbrüchen am Nil heranzuschaffen und präzise in Position zu bringen.

Der Kern der Pyramide besteht aus grob behauenen Kalksteinen, während die Außenschicht aus feinerem Kalkstein bestand, der die Pyramide hell glänzend erscheinen ließ. Granitblöcke für die Königskammer und Entlastungskammern wurden vermutlich aus Aswan herangeschafft – über 800 Kilometer den Nil hinauf. Alle Steine wurden in sorgfältig geplanter Weise übereinandergeschichtet. Die Gesamthöhe der Pyramide betrug ursprünglich 146,6 Meter bei einer Grundfläche von ca. 230 x 230 Metern.

Konkrete Baupläne oder schriftliche Quellen mit zeitgenössischen Berichten zum Pyramidenbau wurden leider nie gefunden. Die schriftlichen Quellen beschränken sich auf Darstellungen des griechischen Gelehrten Herodot, der allerdings 2000 Jahre (!) später lebte, sowie auf Inschriften auf Steinen, die auf mutmaßlich beteiligte Personen hinweisen, etwa auf den Verwaltungsbeamten Hemiunu. Die direkte Zuordnung dieser Inschriften und Personen zum Pyramidenbau in Gizeh bleibt jedoch spekulativ.

Die Fundstücke, auf die sich Ägyptologen beziehen können, sind spärrlich: einige Werkzeuge, Reste von vermuteten Rampenanlagen, Steinbrüche und Lagerplätze. Dazu kommen geophysikalische Untersuchungen und Satellitenbilder. Auf dieser Basis versucht man dann abzuleiten, wie die Pyramiden errichtet worden sein könnten. Mit digitalen Rekonstruktionen im Computermodell und durch experimentelle Nachbauten im kleinen Maßstab versuchen Forschende zu zeigen, wie Rampen, Hebel und Schlitten mutmaßlich eingesetzt wurden. Ob die Pyramiden wirklich auf diese Weise gebaut wurden, wissen wir aber mangels zuverlässiger Quellen nicht wirklich.

2) Ungereimtheiten: Was gegen die klassische Interpretation spricht

Neben der unsicheren Quellenlage und den bloß spekulativen Interpretationen in Bezug auf Bauweise und Funktion der großen Pyramide wirft insbesondere die kurze Bauzeit von nur 20 Jahren Fragen auf. Sofern wir die Annahme der Ägyptologen teilen, wonach nur recht primitives Werkzeug, Holzrollen und Rampen zur Verfügung standen, erscheint das Herbeischaffen und Aufeinandertürmen von 2,3 Millionen Steinblöcken mit einem jeweiligen Gewicht von zwei bis 80 Tonnen sehr ambitioniert. Denn selbst wenn die Ägypter jeden Tag 12h am Stück durchgearbeitet hätten, hätten sie bei 20 Jahren Bauzeit und 2,3 Millionen Steinen etwa alle 2,5 Minuten einen Stein in Position bringen müssen - und zwar ab Beschaffung vom Steinbruch, über Transport und Zwischenlagerung bis hin zur endgültigen Platzierung in bis zu 146 Metern Höhe. Bei 30 Jahren Bauzeit wären es 3,3 Minuten pro Stein. Die hochpräzise Einarbeitung der vielen Schächte und Kammern ist hier übrigens noch gar nicht mit eingerechnet. Geht man von einer parallelen Beschaffung, Bearbeitung und Platzierung der Steine durch mehrere Teams aus (was natürlich deutlich realistischer wäre als die durch die hier angestellte Rechnung unterstellte sequenzielle Bauweise), relativiert sich das Ergebnis je nach Anzahl der unterstellten Arbeiter-Teams zwar entsprechend stark. Dennoch reden wir auch dann noch von zeitlichen Maßstäben, die in Anbetracht der damaligen Möglichkeiten unfassbar kurz erscheinen.

Warum geht die Ägyptologie trotzdem von einer Bauzeit von nur 20 (oder maximal 30) Jahren aus? Ganz einfach: Weil es bei einer deutlich späteren Fertigestellung nicht möglich gewesen wäre, das Bauwerk als Grabmal für den Pharao zu nutzen. Dies ist aber die Funktion, die Historiker den Pyramiden zuweisen. Sollte sich diese Hypothese als falsch erweisen, würde unser gesamtes heutiges Bild über die Cheops-Pyramide mit einem Mal zerbrechen. Was das für die Ägyptologie bedeuten würde und warum ein offenes, selbstkritisches Infragestellen vonseiten der Ägyptologie nicht zu erwarten ist, können Sie auf unserer Artikelseite "Starre Paradigmen und kognitive Dissonanz" nachlesen.

Kritische Fragen kommen darum auch nicht so sehr von den Historikern und Archäologen, sondern eher von Außenstehenden - zum Beispiel von Steinmetzen, Statikern, Architekten und Ingenieuren, die sich mit dem Bau der Cheops-Pyramide befassen.

Abgesehen vom Problem mit der kurzen Bauzeit weisen diese Experten auf einige technischen Auffälligkeiten hin, dass nämlich 

...die gesamte Pyramide nahezu perfekt in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet ist. Die Abweichung beträgt nur fünf Hundertstel Grad...
... die Königskammer im Inneren der Pyramide perfekt ausgelotet ist und maximale Abweichungen nur im Millimeter-Bereich aufweist.
... die 4 Außenflächen der Pyramide in der Mitte symmetrisch leicht abgewinkelt sind, sodass es eigentlich 8 gleichmäßige Flächen sind. Genau zweimal im Jahr, nämlich zur Tag-und-Nacht-Gleiche (Äquinoktium) im Frühjahr und Herbst, ergibt sich hierdurch für einige Sekunden ein charakteristisches Schattenspiel, das erst durch Luftaufnahmen sichtbar gemacht werden konnte.

Darüberhinaus lassen sich noch viele weitere erstaunliche Merkmale der großen Pyramide ausmachen - und auch andere monumentale Gebäude aus dem Altertum weisen erstaunliche Charakteristiken und schier unglaubliche Präzisionsleistungen auf. Der nachstehend verlinkte Dokumentarfilm beleuchtet diese Besonderheiten ausführlich und lässt dabei viele verschiedene Experten zu Wort kommen, z.B:

- Pier Luigi Copat - Architekt (u.a. Potsdamer Platz Berlin)
- Chris Wise - Bauingenieur (u.a Millennium Bridge London)
- Éric Gonthier - Geologe und Mineraloge am Musée de l'Homme in Paris
- Prof. Jean Leclant (emeritierter Ägyptologe)
- Jean-Pierre Martin (Projektleiter Millau-Viadukt, höchste Brücke Frankreichs und längste Schrägseilbrücke der Welt)
- Prof. Joseph Davidovids (Chemiker mit Schwerpunk Geopolymere)
- Chris Dunn (Ingenieur für zivile und militärische Luftfahrt)
- Dr. Arlan Andrews (Ingenieur und wissenschaftlicher Berater der US-Regierung)
- Dr. Rainer Stadelmann (emeritierter Ägyptologe)
- Claude Genzling (Mathematiker und Architekt)
- Prof. Jean-Louis Basdevant (Physiker)
- Ieoh Ming Pei (Architekt und Designer der Pyramide vor dem Louvre in Paris)
- und viele mehr...

VIDEO: Das Geheimnis der Pyramiden

121 Minuten, deutsch

Dieser Dokumentarfilm beleuchtet die außergewöhnlichen Merkmale der großen Pyramide und stellt sie auch in den Kontext anderer monumentaler Bauwerke des Altertums. Der Bericht wirkt zwar in seiner Aufmachung sehr sensationsheischend und tendenziös, ist aber dennoch zumindest in den ersten 80 Minuten stark faktenbasiert und lässt eine Reihe teils hochkarätiger Experten zu Wort kommen. Ab Minute 81 nimmt der Film dann eine spekulative Wendung, weil ab hier die bis dahin präsentierten Fakten interpretiert werden. Die Autoren des Films gehen von der "Lost-Zivilisation-Hypothese" aus, nehmen also an, dass eine verschollene Hochkultur der wahre Erbauer der Pyramiden ist. Dies lässt sich natürlich nicht beweisen und stellt nur eine von mehreren möglichen Deutungen der Fakten dar. Mehr dazu erfahren Sie auf der vorigen Artikelseite.

Anmerkung: Anfang 2023 wurde der volle Film auf Youtube gelöscht, sodass Sie hier nur noch einen kleinen Ausschnitt sehen können. Das ganze Video können Sie aber auf anderen, anonymen Portalen schauen (von denen wir uns ansonsten inhaltlich distanzieren wollen, weil hier auch viel Ungeprüftes und Unseriöses gepostet wird):
 https://gloria.tv/post/8VmXAVdNFWYY4iEbxkEuYMdQ2#105

Alternativ können Sie den Film auch auf DVD beziehen, z.B. hier: https://www.amazon.de/Das-Geheimnis-Pyramiden-2-DVDs/

3) Weiterführende Informationen und Buchtipps