Laut "Unus Mundus" sind die Grenzen zwischen Innen und Außen, zwischen Geist und Materie, nicht so starr, wie sie scheinen, weil sie als scheinbare Trennungen nur verschiedene Erscheinungsformen einer tieferen, verborgenen Einheit bilden. Doch wie kann man eine so abstrakte Behauptung empirisch überprüfen? Ein Team um Professor Maier von der LMU München hat sich der Sache angenommen.
Er leitet dort den Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie II mit dem Forschungsschwerpunkt „Emotion und Motivation“. Prof. Maier studierte Psychologie und promovierte an der LMU München. Nach seiner Habilitation im Jahr 2007 wurde er 2010 zum Professor für Allgemeine Psychologie II an der LMU ernannt.
Seine Forschungsinteressen liegen in der Untersuchung unbewusster emotionaler und motivationaler Prozesse und deren Einfluss auf Verhaltensplanung und Entscheidungsfindung.
Dabei führt er verschiedene experimentelle Studien durch.
Dabei ging es den Forschern gar nicht nur darum, zu sehen, wie die Probanden auf die Bilder reagierten. Sie interessierte, ob die Probanden mit ihrem Willen den Zufall beeinflussen konnten, ob also - gemäß Unus-Mundus-Hypothese - die geistige Innenwelt auf die objektive, physische Realität Einfluss nehmen konnte. Da die Bilder zufällig generiert wurden, hätte man eigentlich erwarten müssen, dass bei diesen tausenden Durchläufen genau gleich viele negative wie positive Bilder am Monitor angezeigt werden. Tatsächlich zeigte sich aber eine zwar nur leichte, aber statistisch doch sehr signifikante Abweichung vom Zufall: Es wurden mehr positive als negative Bilder generiert.
Prof. Maier deutet das so, dass eine mutmaßliche Präferenz der Probanden für schöne Bilder dazu geführt hat, dass durch den Zufallsgenerator tatsächlich mehr positive Bilder angezeigt wurden. Mit anderen Worten: Die subjektive, geistige Innenwelt hat Einfluss genommen auf objektive, physische Prozesse - wie es Paulis und Jungs Unus-Mundus-Konzept entspricht.
Die Idee, den Einfluss des Geistes auf die Physik durch Zufallsexperimente zu testen, gab es übrigens auch schon in der Vergangenheit - als einer der Pioniere auf diesem Gebiet gilt Prof. Jahn mit seinem PEAR-Labor. Mehr dazu finden Sie in unserer Artikelsammlung "Studien zur mentalen Beeinflussung von Zufallsprozessen" im Themenbereich "Bewusstseinsforschung".
Im nachstehenden Video erläutert Prof. Maier ab Minute 18:40 den Versuchsaufbau, die Ergebnisse und seine Interpretation. Ab Minute 25:15 beschreibt Prof. Maier einige weitere interessante Variationen des Experiments, beispielsweise mit Versuchpersonen, die süchtig nach Zigaretten sind oder die ein besonders schwaches Selbstwertgefühl haben. Die Resultate scheinen allesamt zu bestätigen, das unbewusste Überzeugungen Einfluss auf die objektive Realität nehmen. Ab Minute 33:11 legt Prof. Maier aber auch dar, wo die Grenze seiner Befunde liegen und warum sich die Experimente nicht zuverlässig wiederholen lassen. Auch dies deutet er im Rahmen seiner Unus-Mundus-Theorie. Da das Interview von einem religiös interessierten Kanalbetreiber geführt wird, nimmt Prof. Maier gegen Ende des Interviews auch noch Bezug auf Parallelen der Unus-Mundus-Theorie zum christlichen Glauben.
27:36 , deutsch
00:10 Vorstellung von Michael Talbot und dem Modell eines holographischen Universums
02:05 Ungewöhnliche Eigenschaften von holographischen Fotos
03:35 2 unterschiedliche Realitätsebenen, fälschliche Empfindung von Trennung
05:40 Verschränkung subatomarer Teilchen, die Aquariums-Metapher, Telepathie
08:45 Speichern von Erinnerungen im Gehirn, denken durch Hologramme im Gehirn
11:35 Fouriertransformation als Mathematik des Gehirns
12:30 Michael's außerkörperliche Erfahrung
13:50 Quantenwellenpotential, die Verlockung des Komplettseins
16:30 Unschärferelation
18:35 Die Kraft des Geistes, Plazeboeffekt, mentale Realitätsmodelle
22:25 Der Wissenschaft fehlt ein Erklärungsmodell für Bewusstsein
23:50 Michael's paranormale Erfahrungen, Nahtod- und außerkörperliche Erfahrungen