Themenbereich
Bewusstseinsforschung

Studien zur Telepathie (2/2) 
Jüngere Studien seit den 2000er Jahren


Lernen Sie hier Experimente von Wissenschafterinnen und Wissenschaftlern wie Dr. Leanna Standish oder Prof. Adrian Parker kennen. Die Verweise zu den entsprechenden Fachartikeln finden Sie wieder ganz am Ende dieser Artikelseite in den Quellenangaben (Weiterführende Informationen und Buchtipps).


1) Telepathie geprüft per Magnetresonanztomographie

Im Jahr 2003 variierte ein Forscherteam um die Psychologin Dr. Leanna Standish von der Bastyr-University in Seattle die Telepathie-Experimente, die das Team um Prof. Grinberg-Zylberbaum knapp 10 Jahre zuvor bereits durchgeführt hatte (siehe hierzu die vorige Artikelseite). Auch Dr. Standish forderte Personenpaare auf, sich durch Meditation gedanklich miteinander zu verbinden, um sich anschließend in getrennte Räume zu begeben. Eine der beiden Personen wurde dann wie üblich visuell stimuliert, die andere nicht.

Im Unterschied zur Studie von Grinberg-Zylberbaum aus dem Jahr 1994 wurden die Gehirne der beiden Personen jedoch nicht mittels Elektroenzephalographie (EEG) beobachtet, sondern mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT). 

Bei funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das Durchblutungsveränderungen von Gehirnregionen sichtbar machen kann. So lassen sich Rückschlüsse auf die neuronale Aktivität in verschiedenen Hirnregionen ziehen.

Tatsächlich zeigte sich laut Standish auch in der Messung mittels fMRT eine gleichgerichtete Veränderung der Gehirnaktivitäten bestimmter Personenpaare, obschon jeweils nur eine der beiden Personen optisch stimuliert wurde.

2) Professor Parker und sein Experiment mit physischen "Schocks"

Der schwedische Psychologieprofessor Adrian Parker unternahm 2012 ein Experiment mit eineiigen Zwillingen. Wie üblich wurden beide in getrennte sowie akustisch und elektromagnetisch abgeschirmte Räume geschickt. Einer der beiden Zwillinge wurde bestimmten Reizen ausgesetzt, der andere nicht. Im Unterschied zu vorherigen Studien wählte Parker jedoch keine visuellen Reize, sondern leichte akustische und physische „Schocks“. Einmal wurde Porzellan auf den Boden geworfen, ein anderes Mal ein Luftballon zerplatzt. In einer weiteren Variante wurde der Arm eines Zwillings kurz in Eiswasser gehalten oder der Hitze ausgesetzt. Auch das Auslösen eines Knie-Reflexes befand sich in Professor Parkers „Schock“-Repertoire. Seinen Auswertungen zufolge führten die Schockmomente in signifikanter Weise zu entsprechend messbaren Reaktionen bei demjenigen Zwilling, der den Reizen selbst nicht ausgesetzt war.

3) Telepathie über 190km Entfernung?

Eine besondere Studie führte 2014 ein Team um den italienischen Psychologen Patrizio Tressoldi durch. Für die Studie wurden ausschließlich Paare von Probanden ausgewählt, die eine lange Freundschaft hegten und zugleich geübt in Meditation waren. Wie üblich wurden die Probanden voneinander getrennt und nur einer von ihnen einer Stimulation ausgesetzt. Dann wurde mittels Elektroenzephalografie (EEG) festgestellt, ob auch der Partnerproband auf die Stimulation reagiert. 

Das Ungewöhnliche hierbei war, dass der Partnerproband sich nicht in einem Nebenraum, sondern in einem Labor in 190 Kilometern Entfernung aufhielt. Das sollte aber am Resultat der Studie nichts ändern: Laut Tressoldi zeigten die Messdaten einen zwar schwachen, aber doch signifikanten Zusammenhang, der - wie er es formuliert - auf eine Art „geistige Verbindung“ zwischen zwei Gehirnen hindeutet.

4) Weiterführende Informationen und Buchtipps