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Bewusstseinsforschung

Geheimdienstliche Forschung zur Fernwahrnehmung (4/5)
Die Beurteilung: AIR-Report als gezielte Abwiegelung?


Während ein offizieller Bericht das Projekt "Stargate" als wirkungslos einstufte, behaupten sämtliche Beteiligten bis heute das Gegenteil. Was ist nun dran am "Remote Viewing"?


Inhaltsübersicht:

  1. Der AIR-Report: Ein offizieller Bericht, der alles abstreitet
  2. Eine vorläufige Beurteilung: Was ist dran am „Remote Viewing“?
  3. Weiterführende Informationen und Buchtipps

1) Der AIR-Report

Dass das Projekt "Stargate" Realität war, ist unumstritten. Die Quellen sind in dieser Angelegenheit eindeutig, seriös und glaubwürdig. Die Existenz des Projekts „Stargate“ wurde von allerhöchster Stelle bestätigt und offizielle Dokumente hierzu sind frei zugänglich (siehe Quellenangaben unten).

Uneinigkeit gibt es eigentlich nur in der Beurteilung des Projektes. Während die US-Regierung 1995 in einem von ihr in Auftrag gegebenen Untersuchungsbericht des „American Institute for Research“ (AIR) die Nutzlosigkeit des Projekts feststellte und keinerlei Beweise für übersinnliche Wahrnehmung erkennen wollte, behaupten etliche der am Projekt beteiligten Versuchspersonen und Wissenschaftler bis heute das Gegenteil. 

Auch die renommierte Statistik-Professorin Jessica Utts kam bei ihren Nachuntersuchungen zu der Schlussfolgerung, dass die Sache mit der Fernwahrnehmung nachweislich funktioniert – zwar nicht zuverlässig, aber statistisch doch viel zu häufig, um korrekte Wahrnehmungen als bloße Zufallstreffer abzutun.

Wie können die Einschätzungen so weit auseinandergehen? 

Diejenigen, die Remote Viewing für Unfug halten, unterstellen den beteiligten Personen Selbsttäuschung und Missachtung wissenschaftlicher Standards. Die Beteiligten selbst hingegen wollen sich nicht vorwerfen lassen, sich zwei Jahrzehnte lang getäuscht zu haben und vermuten im besagten AIR-Report den Versuch der US-Regierung, die Realität des Phänomens nach außen hin zu verschleiern. Daran habe die Regierung ein Interesse haben können, nachdem vermehrt Informationen aus dem Geheimprojekt in die Öffentlichkeit gelangt waren – unter anderem durch einen Lapsus von US-Präsident Jimmy Carter (dazu später mehr - siehe Abschnitt 2 dieses Artikels). Ein weiterer Grund könne gewesen sein, dass die US-Regierung ausländische Staaten nicht unnötigerweise auf die Idee bringen wollte, selbst an der Möglichkeit übersinnlicher Spionage zu forschen, indem man diese öffentlich als erfolgversprechende Methode präsentiert. So sei ihr gar nichts anderes übriggeblieben, als in dieser Angelegenheit abzuwiegeln. Die Tatsache, dass den Verfassern des AIR-Reports nur ein Bruchteil der zum Stargate-Projekt vorhandenen Dokumente zur Einsicht vorgelegt wurde und dass für den Bericht auch kein einziger Mitarbeiter des Projekts befragt werden durfte, gilt Kritikern des AIR-Reports als Bestätigung für diese Vermutung (in diese Richtung äußerte sich z.B. der deutsche "Remote Viewing"-Experte Stefan Franke in einem Interview mit Matrixwissen: https://www.youtube.com/watch?v=75qzq1MKqck&t=825s).

Falls Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten, könnten Sie die Studie der Statistik-Professorin Jessica Utts sowie die hunderten von Seiten durcharbeiten, die die US-Behörden bislang zum Stargate-Projekt herausgegeben haben (siehe Quellenangaben unten). Oder konsultieren Sie einfach die nächste Artikelseite, in der Sie Tipps erhalten, wie Sie die Echtheit von Remote Viewing im Selbstexperiment nachprüfen können.

VIDEO: Jessica Utts - Remote Viewing and Statistical Validation

28:02 Minuten, englisch

In diesem Interview erläutert Jessica Utts ihre wissenschaftlichen Forschungsergebnisse zum Remote Viewing.

2) Eine vorläufige Beurteilung: Was ist dran am „Remote Viewing“?

Im Jahr 1995 weilte der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter bei einer Veranstaltung an der Emory University in Atlanta. Studenten aus dem Publikum fragten ihn, ob er im Laufe seiner Amtszeit geheimdienstliches Wissen über die Existenz von Außerirdischen erhalten habe, insbesondere in Bezug auf den Roswell-Zwischenfall. Carter verneinte dies, nannte dann aber ein anderes Beispiel für eine Geheimdienstinformation, über die er Auskunft geben könne: 

Das US-Militär habe 1979 in Zentralafrika nach einem abgestürzten Flugzeug gesucht, konnte es aber nicht finden. Daraufhin habe der Geheimdienst eine Viewerin beauftragt, das Flugzeug mittels Fernwahrnehmung zu lokalisieren – was dann angeblich gelang.

Beweist das nun, dass Fernwahrnehmung wirklich erfolgreich funktioniert? Sicher beurteilen lässt sich das auf Basis solcher Anekdoten freilich nicht. Hilfreicher sind wissenschaftliche Studien, die das vom Projekt „Stargate“ praktizierte Remote Viewing unabhängig überprüfen. Das haben zum Beispiel die Psychologen Maximilian Müller und Marc Wittman vom Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg getan. In ihrer „proof-of-principle“-Studie aus dem Jahr 2017 simulierten sie die Experimente des Stargate-Projekts in ihrem eigenen Institut und orientierten sich dabei an den Original-Protokollen, die damals am Stanford Research Institute (SRI) entwickelt wurden. Das Ergebnis ihrer Experimente stufen sie als hochsignifikant ein: Die Anzahl der korrekt beschriebenen Targets lag ihren Angaben zufolge deutlich über einem zu erwartenden Zufallswert.

Wie wahrscheinlich ist es, dass die Forscher aus Freiburg betrügen oder ihnen grobe Fehler unterlaufen sind? Und wie wahrscheinlich ist es, dass auch alle am Projekt „Stargate“ beteiligten Akteure lügen und sich täuschen? Warum sollte Präsident Carter die Geschichte von dem vermissten Flugzeug erzählen, wenn sie nicht stimmt? Warum sollte die US-Regierung zwei Jahrzehnte lang ein Projekt finanzieren, das nichts bringt? Hätte sie, sofern Fernwahrnehmung nicht funktioniert, die im AIR-Report von 1995 festgestellte Untauglichkeit nicht schon viel früher feststellen können? Hätte man bei ausbleibenden Treffern nicht bereits nach einem oder zumindest nach fünf Jahren die Schlussfolgerung ziehen müssen, dass die ganze Sache unsinnig ist und unnötigerweise finanzielle und personelle Ressourcen verschlingt? Oder waren vielleicht doch zu viele Treffer dabei? Und wenn es tatsächlich viele Treffer gegeben haben sollte – wie wahrscheinlich ist es, dass es sich dabei jedes Mal um puren Zufall handelte?

Auf diese Plausibilitätsüberlegungen muss jeder seine eigenen Antworten finden. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, führt an einer Selbstüberprüfung kein Weg vorbei. Wie Sie dabei am besten vorgehen können, erfahren Sie auf der nächsten Artikelseite.

3) Weiterführende Informationen und Buchtipps: