Warum es Leid in der Welt gibt, obschon das Wesen allen Seins laut "Ra" und "Michael" in der Liebe liegt
Erinnern wir uns: Der Sinn des Lebens besteht laut „Michael“ und „Ra“ in der Selbsterfahrung des All-Einen, was dessen Differenzierung voraussetzt. Wir als Fragmente des All-Einen stehen vor der Aufgabe, uns im Liebesbewusstsein zu vereinen. Als Menschen auf der physischen Ebene beziehungsweise in der dritten Dichte sind wir von dieser Einheit noch weit entfernt, da wir uns in unserer irdischen Lebensrealität als voneinander getrennte Individuen wahrnehmen. Und genau diese Trennung ist notwendig: Nur die Trennung erlaubt es uns, das Wesen von Einheit nachzuvollziehen. Und so bildet das Böse als Abwesenheit der Liebe zugleich die Voraussetzung dafür, Liebe überhaupt erst begreifen und vollständig erfahren zu können.
Die Herausforderung unserer irdischen Inkarnationen besteht gerade darin, Trennung zu überwinden, indem wir uns bewusst dafür entscheiden, mit anderen Wesen mitzufühlen und zum Wohle aller zu handeln. Dies ist die „Lektion“ der Liebe, die es zu lernen gilt, der wir uns aufgrund unseres freien Willens aber auch verweigern können. Dann verharren wir in unserem Gefühl der Trennung und sorgen uns hauptsächlich um uns selbst. Wir handeln egoistisch und schlimmstenfalls sogar zum Schaden anderer.
Die Seelenrolle des Königs kann man zum Beispiel wie ein selbstherrlicher Tyrann oder wie ein weiser Meister ausfüllen. Und das Entwicklungsziel der Akzeptanz lässt sich entweder durch Anbiederung oder durch Gutmütigkeit verfolgen.
Bei den meisten Menschen erfolgt die Entscheidung für die eine oder die andere Verhaltensweise völlig unbewusst und unreflektiert. Sie ist einfach das Resultat ihres inneren Bewusstseinszustands beziehungsweise ihres seelischen „Schwingungszustands“.
„Der beste Weg des Dienstes an Anderen liegt in dem konstanten Versuch, danach zu suchen, die Liebe des Schöpfers zu teilen, wie sie vom inneren Selbst erkannt wird. Dies involviert Selbstkenntnis und die Fähigkeit, das Selbst gegenüber dem anderen Selbst ohne Zögern zu öffnen. Dies beinhaltet, sagen wir, die Ausstrahlung dessen, was die Essenz oder das Herz des Geist-/Körper-/Seele-Komplexes ist.” (S. 128)
Den negativen Pol bezeichnet „Ra“ als „Dienst am Selbst“. Er wird dann eingeschlagen, „wenn das Wesen [...] bewusst beschließt, Andere-Selbste für den Nutzen des Selbst zu manipulieren.” (S. 143)
Das beste Kriterium, um die wahrhaftigen von den manipulativen Botschaften zu unterscheiden, läge dann im Grad des darin enthaltenen Liebesbewusstseins. Bei denjenigen religiösen Konzepten, die Trennung, Angst und Unterwerfung fordern, kann es – sofern man das „Ra-Material“ beziehungsweise die „Michael-Teachings“ als validen Beurteilungsmaßstab anerkennen möchte – mit der Wahrhaftigkeit nicht so weit her sein.
Schwer vorstellbar ist indessen, wie Wesen, die zum „Dienst am Selbst“ polarisiert sind, in höheren Dichtestufen als Kollektivwesen funktionieren können. Wenn jedes dieser Wesen nur seinen eigenen Erfolg im Sinn hat, wie können diese Wesen dann einen „sozialen Erinnerungskomplex“ bilden, also eine gemeinsame Verbindung eingehen, wie sie für Seelen auf ihrem Weg zur Einheitserfahrung typisch ist? „Ra“ erklärt dies mit einer Analogie:
„In euren bewaffneten Banden marodiert und plündert eine große Gruppe erfolgreich. Der Erfolg der Gefreiten wird von den Unteroffizieren beansprucht, der Erfolg der Unteroffiziere von den Feldwebeln, dann die Leutnante, Hauptmänner, Majore und schließlich der kommandierende General.“ (Elkins, Don; McCarty, Jim; Rückert, Carla L.: Der Ra-Kontakt, Oberkrämer 2021, S. 548)
Wenn einzelne oder neu hinzustoßende Mitglieder das bestehende Machtgefüge infrage stellen und es zu ihren Gunsten verändern wollen, wird der Zusammenhalt auf die Probe gestellt:
„Die sogenannte Hackordnung wird sofort herausgefordert und das Wesen mit gesteigerter Kraft übt diese Kraft aus, um mehr Andere-Selbste zu kontrollieren und innerhalb der Struktur des sozialen Erinnerungskomplex voranzukommen.“ (Elkins, Don; McCarty, Jim; Rückert, Carla L.: Der Ra-Kontakt, Oberkrämer 2021, S. 549)
Erreichen negative Kollektivwesen schließlich die fünfte Dichte, intensiviert sich die Beschäftigung mit dem eigenen Selbst. Zugleich steigert sich der Grad der Getrenntheit:
„Das sogenannte negative Dienst-am-Selbst-Wesen ist in dieser Dichte auf einem hohen Niveau an Bewusstheit und Weisheit und hat Aktivität außer durch Denken eingestellt. Das fünfte Dichte-Negative ist außerordentlich zusammengepresst und von allem anderen getrennt. [...] In der negativen fünften Dichte ist der Dienst am Selbst extrem intensiv geworden, und das Selbst ist geschrumpft oder hat sich verdichtet.” (Elkins, Don; McCarty, Jim; Rückert, Carla L.: Der Ra-Kontakt, Oberkrämer 2021, S. 298)