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Philosophie & Wissenschaft

Heim's 6-dimensionales Weltbild (3/4) 
Massenformel und Biophotonen als Beweise?


Heims Theoriegebäude mag in sich schlüssig sein. Aber steht es auch auf einem soliden empirischen Fundament?


Inhaltsübersicht:

  1. Die Entdeckung der Biophotonen - beweisen sie Heims Theorie?
  2. Die Heimsche Massenformel - Prognose oder Pfusch?
  3. Zwischenfazit: Wie brauchbar ist Heims Theorie?
  4. Weiterführende Informationen und Buchtipps 

1) Die Entdeckung der Biophotonen - beweisen sie Heims Theorie?

Wenn es - wie im vorigen Artikel gesehen - durch die Telekorsyntroklinen eine Verbindung zwischen „Psyche“ und „Bios“ gibt, dann müssen diese Telekorsyntroklinen irgendwo am Körper „andocken“. Dort muss es „Umschaltstationen“ geben, in denen die Informationsströme aus dem metaphysischen Bereich der „Psyche“ in biologische Impulse umgewandelt werden und von wo aus Informationen aus dem Körper an den psychischen „Ilkor“ zurückgeschickt werden. 

 Heim mutmaßte, dass hierfür zuallererst die DNA in Frage kommt. Als Informationsträger in der Zelle spielt sie eine fundamentale Rolle für die Steuerung des gesamten Organismus. Aus seiner Theorie schlussfolgerte Heim weiterhin, dass sich der Übertragungsprozess über Photonen vollziehen müsse. Photonen sind lapidar ausgedrückt „Lichtteilchen“. Laut Heim müsste sich darum als eine direkte Folge aus den Aktivitätenströmen eine Lichtstrahlung in der DNA nachweisen lassen.

Tatsächlich entdeckte der Physiker Fritz-Albert Popp (1938-2018) in den 1970er Jahren eine extrem schwache Lichtstrahlung, die exakt den von Heim vorhergesagten Eigenschaften entsprach. Anhänger der Heim-Theorie sehen darin eine Bestätigung von Heims sechsdimensionalem Weltmodell. Die Mainstream-Naturwissenschaft, die sich ja mit Heim gar nicht auseinandersetzt, nimmt indessen gewöhnliche biochemische Reaktionen als mögliche Ursache der von Popp entdeckten Lichtstrahlung an. Popp selbst war mit Heims Theorie nicht vertraut und forschte davon unabhängig. Interessanterweise vermutete er aber passend zu Heim, dass die Lichtstrahlung den Zweck einer Informationsübermittlung erfüllen könnte.

VIDEO:  „Burkhard Heim und die Entdeckung der Biophotonen“

12:06 Minuten, deutsch

Dipl. Ing. Hannes Schmid, Heim-Experte und Betreiber des YouTube-Kanals „6 Dimensionen in Farbe“, spekuliert in diesem Video, dass die DNA nur eine, nämlich die grundlegendste von mehreren Anknüpfungsflächen für die Telekorsyntroklinen sein könnte. Bei komplexeren Lebewesen, die über zwei und mehr Telekorsyntroklinen verfügen, vermutet Hannes Schmid mindestens eine zweite Art von Anknüpfungsflächen in den Mikrotobuli (röhrenförmige Proteinstrukturen).



2) Die Heimsche Massenformel - Prognose oder Pfusch?

Als weiteren Beleg für die Gültigkeit von Heims Theorie führen seine Anhänger die von Heim berechnete Massenformel an (so z.B. der "Forschungkreis Heimsche Theorie").

Mit dieser Massenformel sei es Heim gelungen, die Masse verschiedener Elementarteilchen bis auf mehrere Nachkommastellen korrekt vorherzusagen. Kritiker monieren, Heim habe keine nachprüfbare Herleitung seiner Massenformel angegeben (so zum Beispiel der bekannte Skeptiker Holm Hümmler). Für eine erste Version seiner Massenformel aus den frühen 1980er Jahren hat Heim das auch zugegeben: Er habe Teile seiner Formel „heuristisch“ gefunden (vgl. Heim, Burkhard: Elementarstrukturen der Materie. Einheitliche strukturelle Quantenfeldtheorie der Materie und Gravitation, Band 2, Innsbruck 1984, S. 335). Mit heuristisch ist gemeint, dass ihm keine stringente mathematische Ableitung gelungen war und er sich darum auf Plausibilitätsüberlegungen und Mutmaßungen stützen musste. Einige Jahre später hat Heim eine neue, überarbeitete Version seiner Massenformel vorgelegt, die seinen Anhängern zufolge mit deutlich weniger Parametern noch exaktere Ergebnisse liefern soll (http://heim-theory.com/wp-content/uploads/2016/02/Erweiterte_Massenformel_Nach_Heim_1989.pdf).

Sollte es stimmen, dass die Formel eine korrekte Ermittlung der Elementarteilchenmassen erlaubt, wäre das in der Tat eine sensationelle empirische Bestätigung für das Fundament der Heimschen Theorie. Leider verfügen wir als Matrixwissen-Team auf dem Gebiet der Elementarteilchenphysik keine ausreichende Fachexpertise, um die Herleitung und die Aussagekraft der Formel durch eigene Überprüfung selbst zu beurteilen. Falls Sie Mathematiker oder Teilchenphysiker sind und die Mühen nicht scheuen, könnten Sie gerne einen eigenen Versuch unternehmen. Aber seien Sie gewarnt: Heim soll nur wenig Wert auf Verständlichkeit und Vollständigkeit seiner Erklärungen gelegt haben, weshalb sich seine Überlegungen selbst für Fachexperten nur schwer erschließen lassen.

Dass Heim so schlecht kommunizierte und ungeschickt publizierte, lässt sich vor dem Hintergrund seiner Schwerbehinderung und der daraus folgenden Isolation vom gewöhnlichen Wissenschaftsbetrieb nachvollziehen und auch entschuldigen (siehe hierzu die einführende Artikelseite zu Heims Theorie). Trotzdem ist es bedauerlich, wenn eine interessante Theorie vorliegt, für die sich fast niemand interessiert und die selbst von Kennern der Materie nur mühsam zu durchdringen ist. 

VIDEO: Skeptiker Dr. Holm Hümmler über Burkhard Heim

120:12 Minuten, deutsch

Der bekannte Skeptiker Holm Hümmler behauptete während eines Vortrags im Planetarium Nürnberg am 4. April 2018, Heim habe gar keine Vorhersage, sondern eine „Nachhersage“ geliefert, indem er auf Basis der damals bekannten Messdaten einfach solange verschiedene Parameter seiner Gleichungen willkürlich angepasst und ausprobiert habe, bis sich daraus die gewünschten Resultate ergaben (ab Minute 49:25). Beweisen kann Hümmler diese Behauptung, der Heim-Anhänger widersprechen würden, allerdings nicht. Im Rest des Vortrages verweist Hümmler auf weitere wissenschaftliche Verfehlungen Heims. Das Beispiel zeigt sehr schön, wie unterschiedlich der wissenschaftliche Wert der Heimschen Theorie von seinen Anhängern und Gegnern eingeschätzt wird.

3) Zwischenfazit: Wie brauchbar ist Heims Theorie?

Wie lässt sich der Streit zwischen Heim-Anhängern und Heim-Kritikern nun entscheiden? Da wir aufgrund der Informationen aus den Themenbereichen "Bewusstseinsforschung" und "Rätselhafte Anomalien" wissen, dass die Welt mehr sein muss als nur das, was man sehen und messen kann, müssen wir das materialistische Weltmodell der Naturwissenschaft als unvollständig betrachten. Es ist deshalb nicht nur legitim, sondern sogar hilfreich, sich ernsthaft auch mit solchen Erklärungsmodellen auseinanderzusetzen, die wie dasjenige Burkhard Heims über das rein Physische hinausreichen und sich deshalb experimentell kaum beweisen lassen. Das bedeutet freilich nicht, dass wir unkritisch annehmen sollten, dass Heims 6 Dimensionen mitsamt Aktivitätenströmen und Telekorsyntroklinen wirklich existieren. Im Gegenteil gilt es, Heims Theorie wie jede andere Theorie gründlich zu hinterfragen. Das wird natürlich umso schwieriger, je weiter sich eine Theorie in den Bereich des sinnlich nicht mehr Wahrnehmbaren vorwagt, wie das bei Heim der Fall ist. Wo - wie bei Heim - keine klare Beweisbarkeit bzw. Falsifizierbarkeit gegeben ist, könnten wir aber zumindest versuchen, den Nutzen der vorgeschlagenen Theorie an ihrer Erklärungskraft in Bezug auf all diejenigen Phänomene zu messen, an denen die materialistische Naturwissenschaft bislang scheitert, zum Beispiel bei einer Vielzahl derjenigen Phänomene, die in den Themenbereichen "Bewusstseinsforschung" und "Rätselhafte Anomalien" ausführlich dokumentiert sind: Je mehr dieser Phänomene sich mit Heims 6-dimensionalem Weltbild plausibel erklären lassen, umso hilfreicher wäre sein Modell. Je weniger Rätsel es zu lösen weiß, desto geringer wäre sein Nutzen. In Ermangelung empirischer Beweise bleibt das wohl der einzige Maßstab, wenn man Theorien beurteilen will, die über das Physische hinausgehen. – Was also kann Heims Modell leisten? Die Antwort erfahren Sie auf der nächsten Artikelseite.

4) Weiterführende Informationen und Buchtipps