Themenbereich
Bewusstseinsforschung

Außerkörperliche Erfahrungen (2/2)
Überprüfung von AKEs im Selbstexperiment


Wie man versuchen kann, eine außerkörperliche Erfahrung gezielt herbeizuführen


Inhaltsübersicht:

  1. Zur Beweisführung: Wie sie eine außerkörperliche Erfahrung von einem normalen Traum unterscheiden können
  2. Zur Technik: Über den Umgang mit Ratgebern und die mögliche Unterstützung durch "binaurale Beats"
  3. Zu Hindernissen und möglicher Unterstützung: Über den Umgang mit der eigenen Angst und die Teilnahme an Workshops
  4. Weiterführende Informationen und Buchtipps

1) Zur Beweisführung: Wie sie eine außerkörperliche Erfahrung von einem normalen Traum unterscheiden können

Wenn man sich als reines Bewusstsein in einer Art geistigen Parallelwelt bewegt und von dieser ggf. auch auf unsere physische Welt herabblicken kann, wie kann man sich dann eigentlich sicher sein, dass man nicht bloß träumt? Nun, die meisten Menschen, die eine solche Erfahrung machen, empfinden diese als viel realer als einen Traum. Manche empfinden sie sogar noch realer als das Erleben im Wachzustand. Diese "gefühlte" Authentizität wäre ein erstes, subjektives Kriterium.

Eine weitere, objektivere Variante der Beweisführung könnte darin liegen, im außerkörperlichen Zustand bestimmte Dinge in der physischen Welt zu beobachten und anschließend von ihnen zu berichten. 

Das ist vergleichbar mit Berichten von Nahtodpatienten, die am Unfallort den Rettungseinsatz der Sanitäter an ihrem eigenen Körper verfolgen oder während einer Notoperation den Operationssaal samt der Bemühungen der Ärzte überblicken. Wenn diese Menschen später ins physische Leben „zurückkehren“ und den verblüfften Ärzten im normalen Wachbewusstsein detailgenau beschreiben können, was am Unfallort oder im Operationssaal geschehen war, dann stellen diese Berichte einen starken Hinweis für die Realität eines nichtphysischen Bewusstseins dar (siehe hierzu unsere Artikelsammlung zur Nahtodforschung). Der Beweis kann aber immer nur von den Beteiligten selbst anerkannt werden. Für Außenstehende, die am Unfallort oder im Operationssaal nicht anwesend waren, bleiben solche Berichte nicht mehr als Anekdoten.

Falls Sie abenteuerlustig genug sind, außerkörperliche Erfahrungen selbst zu generieren, könnten Sie versuchen, die Echtheit Ihrer Erlebnisse auf ähnliche Weise zu verifizieren. Versuchen Sie, im außerkörperlichen Zustand einen physischen Ort zu bereisen und merken Sie sich, was Sie dort gesehen haben. Sobald Sie wieder im normalen Wachbewusstsein sind, notieren Sie alles und zeichnen Sie eine Skizze dessen, was Sie gesehen haben. Begeben Sie sich anschließend zu dem Ort, den Sie im außerkörperlichen Zustand bereist haben oder bitten Sie jemanden, der dort wohnt, den Ort zu beschreiben oder Ihnen ein Foto davon zu schicken. Dann können Sie feststellen, ob sich der Ort tatsächlich so darstellt, wie Sie ihn im außerkörperlichen Zustand erfahren haben.

Im folgenden Video sehen Sie ein Beispiel dafür, wie eine Betroffene auf genau diese Weise versucht hat, sich Ihrer Erlebnisse zu vergewissern (ab Minute 3:45). 

Im darauffolgenden Video sehen Sie hingegen ein Beispiel dafür, wie ein ähnlicher Versuch eines anderen Betroffenen nur zum Teil gelang (ab Minute 52:00): Jürgen Ziewe aus England hatte seinen Bruder in Deutschland gebeten, in dessen Wohnung deutlich sichtbar einen mit Worten beschriebenen Zettel anzubringen, den er dann zwecks Beweisführung im außerkörperlichen Zustand finden und lesen wollte. Später berichtete er seinem Bruder, was er im außerkörperlichen Zustand auf dem Zettel las: „Donnerstag 16h Auto zum TÜV bringen“. Das stimmte aber nicht. Oder besser gesagt: Es stimmte nur halb. Die Worte befanden sich nämlich nicht auf dem Zettel, den der Bruder angebracht hatte, sondern in dessen Notizbuch. Wieso aber hatte Jürgen Ziewe sie auf einem Zettel wahrgenommen? Jürgen Ziewe selbst deutet diese Begebenheit dahingehend, dass er sich bei seiner außerkörperlichen Reise gar nicht in unserer physischen Dimension bewegt hat, sondern in einer geistigen Dimension, die unsere physische Welt nahezu identisch abbildet, aber eben nicht ganz. Dass er ausgerechnet die Notiz mit dem TÜV wahrnahm und nicht den Zettel, den sein Bruder eigentlich für das Experiment vorgesehen hatte, führt er darauf zurück, dass der Termin beim TÜV für seinen Bruder viel bedeutsamer gewesen war als die Gefälligkeit mit dem Zettel. Symbolisch habe sich das entsprechend in der Darstellung der Wohnung in der geistigen Dimension niedergeschlagen.

VIDEO: Die ausserkörperlichen Erfahrungen von Frau Zürcher

28:13 Minuten, deutsch

Frau Zürcher erlebt seit vielen Jahrzehnten außerkörperliche Erfahrungen. In diesem Interview mit Franz Dschulnigg vom Kanal "empirische Jenseitsforschung" erzählt sie von ihren Erlebnissen. 

VIDEO: Matrixwissenrunde mit Jürgen Ziewe - Einsichten durch außerkörperliche Erfahrungen - Teil 1

133 Minuten, deutsch

In der Matrixwissenrunde vom 15.12.2018 hatten wir Jürgen Ziewe als Gast. Jürgen ist ein in England lebender Künster und Illustrator, der seit den 70er Jahren regelmäßig außerkörperliche Erfahrungen gemacht hat, die er im Form von Tagebüchern und Bildern festgehalten hat. Nach 40 Jahren dieser Erfahrungen hat Jürgen die von ihm gewonnenen Einsichten in Form von drei englischen Büchern sowie vielen Vorträgen und Interviews geteilt. Diese Matrixwissenrunde war die erste deutschsprachige Veröffentlichung mit Jürgen Ziewe. Inzwischen sind auch erste Bücher von ihm übersetzt worden (siehe Abschnitt 4: Weiterführende Informationen und Buchtipps)

Eine Fortsetzung des Interviews (Teil 2 von Juni 2020) finden Sie unter dem folgenden Link: https://www.youtube.com/watch?v=hEONNDfOk18

All diese Erfahrungen bleiben wie immer Anekdoten. Wenn diese Anekdoten aber stimmen, dann spielen sich außerkörperliche Erfahrungen offenbar auf verschiedenen Ebenen ab: Auf der rein physischen Ebene, auf einer geistigen Ebene, die die physische Ebene symbolisch widerspiegelt und auf weiteren geistigen Ebenen, die mit unserer physischen Ebene nichts mehr zu tun haben. Title

Für den Anspruch einer wissenschaftlichen Beweisbarkeit sind das denkbar ungünstige Voraussetzungen. Nur diejenigen Erfahrungen, die sich auf der physischen Ebene abspielen, lassen objektiv nachprüfbare Beweise zu in einem Sinne, wie es oben vorgeschlagen wurde (Orte außerkörperlich bereisen und anschließend mit der physischen Wirklichkeit abgleichen). Erfahrungen in geistigen Dimensionen fehlt mangels zuverlässiger Bindung an das Physische die Möglichkeit einer äußerlichen Beweisführung – es sei denn, Sie treffen in dieser geistigen Dimension andere außerkörperlich reisende Menschen und tauschen sich später im Wachbewusstsein mit diesen Menschen über Ihre Erlebnisse aus. Sofern die anderen Menschen genau dasselbe Erlebnis schildern wie Sie, hätten Sie einen starken Beweis dafür, dass diese geistigen Ebenen tatsächlich real und objektiv existieren. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Menschen unabhängig voneinander die exakt gleiche Gehirnhalluzination erleben, dürfte vernachlässigbar gering sein. So viel zum Thema Beweisbarkeit. Aber wie muss man sich nun konkret anstellen, um solche Erfahrungen machen zu können?

2) Zur Technik: Über den Umgang mit Ratgebern und die mögliche Unterstützung durch "binaurale Beats"

Was die konkreten Techniken und Methoden zur Herbeiführung außerkörperlicher Erfahrungen angeht, finden Sie auf dem Buchmarkt etliche Ratgeber. Bei den Autoren handelt es sich nach deren Selbstbeschreibungen um erfahrene „Astralreisende“, die regelmäßig im außerkörperlichen Zustand geistige Welten erkunden. Ob die Geschichten dieser Autoren wirklich immer stimmen, lässt sich von außen unmöglich verifizieren. Sie können jedoch nichts verlieren, wenn Sie die in diesen Büchern präsentierten Techniken einfach mal austesten. Schlimmstenfalls wirken sie nicht.

Um die verschiedenen Methoden und Techniken wirklich beurteilen zu können, sollten Sie ihnen allerdings die Chance geben, sich zu bewähren. Bei Ihren Selbstexperimenten brauchen Sie Geduld, Ausdauer und eine realistische Erwartungshaltung. Sie dürfen nicht davon ausgehen, dass Ihnen die Ablösung von Ihrem Körper gleich im ersten Versuch gelingt, geschweige denn, dass Sie sofort zielsichere Reisen in jenseitige Dimensionen unternehmen können. Wenn Sie ein neues Musikinstrument erlernen, können Sie ja auch nach der ersten Unterrichtsstunde noch keine Mozart-Komposition spielen. Und wenn Sie eine neue Sportart erlernen, werden Sie nach nur wenigen Wochen Training noch keinen Wettkampf gewinnen.

Neben der Umsetzung von Ratschlägen aus verschiedenen Büchern könnten Sie auch mit „Binauralen Beats“ experimentieren. So bezeichnet man eine unterstützende Technik, die auf der Einspeisung verschieden schnell schwingender Audiosignale in das linke beziehungsweise rechte Ohr basiert. Damit soll die Gehirnwellenfrequenz künstlich in einen Bereich abgesenkt werden, der für meditative Zustände typisch ist und den Austritt aus dem Körper begünstigen soll. 

Das Prinzip funktioniert sehr einfach: Wenn Sie in Ihrem linken Ohr einen Ton hören, der mit einer Frequenz von 400 Hertz schwingt, wohingegen in Ihrem rechten Ohr ein Ton mit einer Frequenz von 414 Hertz erklingt, beträgt die Differenz 14 Hertz. Ihr Gehirn erzeugt aus dieser Differenz selbstständig den Eindruck einer entsprechenden Schwingung. Sie vernehmen also eine rhythmische Schwingung von 14 Hertz, obschon gar kein Audiosignal mit dieser Schwingungsfrequenz in Ihre Ohren eingespeist wurde. Es liegt sozusagen eine „akustische Täuschung“ vor. Wenn das Gehirn lange genug diese akustische „Phantom-Schwingung“ wahrnimmt, passt es sich idealerweise in seiner Gehirnwellenfrequenz dieser Schwingung an. So will es zumindest die Theorie. Astralreisen sollen sich bei besonders niedrigen Frequenzbereichen von unter sechs oder gar unter vier Hertz ereignen. Mit „Binauralen Beats“ könnte der Prozess, solch niedrige Gehirnwellen zu erreichen, vereinfacht werden.

Schnappen Sie sich also am besten Ihre Stereo-Kopfhörer und probieren Sie den Effekt einfach selbst aus. Im Internet finden Sie tausende Informationen und das nötige Audiomaterial hierzu. Es gibt sogar kostenlose Apps, mit denen Sie die gewünschten Frequenzen selbst auswählen und einstellen können. Vielleicht hilft Ihnen die Nutzung „Binauraler Beats“ bei Ihren Versuchen, eine außerkörperliche Erfahrung herbeizuführen.

3) Zu potentiellen Hindernissen: Über den Umgang mit der eigenen Angst

Wenn man Astralreisen willentlich generieren möchte, sind eine freudige und optimistische Grundhaltung von Vorteil. Leider könnte jedoch die Vorstellung, den eigenen Körper zu verlassen, für viele Menschen auch eher beängstigend sein. Schließlich weiß man ja nicht genau, was einen erwarten würde, wenn man im außerkörperlichen Zustand unterwegs ist, und so trägt manch einer vielleicht die Sorge in sich, dass ihm Dinge widerfahren könnten, die man nicht möchte oder die man nicht unter Kontrolle hat.

In der Ratgeberliteratur wird die Angst vor dem Verlassen des eigenen Körpers als das größte Hindernis für ein erfolgreiches Gelingen entsprechender Selbstexperimente genannt. Angst kann dazu führen, dass die "Ablösung" vom Körper gar nicht erst nicht gelingt. Zugleich wird dort immer wieder betont, dass der eigene Geisteszustand einen Einfluss auf das Erleben im außerkörperlichen Zustand haben kann. Wer ausgeglichen, positiv und furchtlos ist, wird eher positive Erlebnisse haben als jemand, der negativ denkt und stark belastet ist. Insofern ist es ratsam, an seiner mentalen Einstellung zu arbeiten, bevor man Selbstexperimente mit außerkörperlichen Erfahrungen unternimmt.

Falls Sie für den Anfang mehr Schutz und Sicherheit wünschen, wäre ein geführter Gruppenworkshop eine mögliche Alternative. Dafür müssten Sie allerdings finanziell deutlich tiefer in die Tasche greifen. Im Gegenzug könnten Sie sich etwas geborgener und getragener fühlen. Sie müssten sich nicht ganz allein auf die Reise machen, sondern könnten auf einen "Reiseleiter" und eine "Reisegruppe" an Ihrer Seite zählen. 

Außerdem ermöglicht diese Option den sozialen Austausch mit Gleichgesinnten. Nicht zuletzt könnten Sie in dieser Konstellation auch versuchen, kollektive Jenseits-Erlebnisse herzustellen, um sich die Realität des Phänomens eindeutig zu beweisen. Je mehr Teilnehmer im außerkörperlichen Zustand unabhängig voneinander Dasselbe erleben, desto sicherer können Sie sich sein, dass die wahrgenommene Realität objektiv existiert.

Vor der Auswahl eines bestimmten Workshops sollten Sie sich vorab gut informieren. Prüfen Sie, welche Anbieter Ihnen seriös erscheinen und welche der jeweils angebotenen Methoden und Techniken Ihnen zusagen. Bauen Sie auf Empfehlungen aus erster Hand. Vielleicht kennen Sie vertrauenswürdige Menschen, die schonmal an solchen Workshops teilgenommen haben. Oder Sie stoßen in Interviews und Vorträgen auf glaubwürdige Menschen, die ehrliche Empfehlungen aussprechen. Machen Sie sich überdies ein eigenes Bild von den Trainern und Ausbildern solcher Workshops. Viele von diesen Trainern und Ausbildern präsentieren sich in Online-Auftritten, geben Interviews oder halten Vorträge, die Sie sich im Vorfeld anschauen könnten.

Gruppenworkshops zum Erlernen von Techniken zur Herbeiführung außerkörperlicher Erfahrungen dauern meist zwischen drei und fünf Tagen und kosten zwischen 500 und 1000 Euro (Stand: 2026). Eine Garantie, dass Sie während dieser Tage eine außerkörperliche Erfahrung erleben, gibt es freilich nicht. Sofern Sie an keine Betrüger geraten, werden Sie aber zumindest Tipps und Techniken erlernen, mit denen Sie dann zu Hause weiterüben können.

4) Weiterführende Informationen und Buchtipps