Themenbereich
Bewusstseinsforschung

Geist und Gesundheit (1/2)
Alles nur Placebo?


Eine Zusammenstellung verschiedener wissenschaftlicher Studien zum Einfluss des Geistes auf den Verlauf von Heilungsprozessen


Inhaltsübersicht:

  1. Vorbemerkung
  2. Placebos: Funktionieren sie auch, wenn der Patient Bescheid weiß? (Nature Communications Nr. 11, 2020)
  3. Fallstudien zur Wirksamkeit geistiger Heilung (Journal of Alternative and Complementary Medicine, Volume 21, Nummer 6, 2015)
  4. Studie zur Fernheilung von Operationswunden (Explore, Juli/August 2012, Band. 8, Nr. 4)
  5. Interview mit Prof. Dr. William Bengston: Erforschung alternativer Heilmethoden
  6. Interview mit Dr. Noemi Kempe: Informationsmedizin und Epigenetik
  7. Auswirkungen zeitlich rückwirkender Fürsprechgebete (British Medical Journal, Ausgabe 323, Dezember 2001)
  8. Die Effizienz von "Fernheilung" (Annals of Internal Medicine, Ausgabe 132, Juni 2000)

1) Vorbemerkung

In diesem Artikel geht es nicht darum, eine Debatte zwischen "Schulmedizin" und "Alternativmedizin" zu eröffnen. Erst recht sollten die hier aufgeführten Inhalte keinesfalls als medizinische Ratschläge oder Empfehlungen missverstanden werden! Hinweise darauf, dass alternative medizinische Methoden in bestimmten Fällen funktionieren, bedeuten außerdem keinesfalls im Umkehrschluss, dass die "Schulmedizin" keine Berechtigung habe. Am Sinnvollsten ist es wahrscheinlich, beide Ansätze einfach als komplementär zu betrachten.

Der ausschließliche Zweck der folgenden Inhalte ist es, aus wissenschaftlicher Neugier heraus Forschungsarbeiten zu präsentieren, die der Frage nachgehen, ob Heilung grundsätzlich auch bewusstseinsbasiert (statt allein materialistisch mittels Verabreichung bestimmter Medikamente) möglich sein kann. Wie bei allen wissenschaftlichen Studien sollten auch die hier präsentierten Forschungsresultate kritisch hinterfragt werden, sie sollten aber auch nicht vorverurteilt werden und verdienen wie jede andere ernst gemeinte Forschungsarbeit eine unvoreingenommene, ergebnisoffene Auseinandersetzung.

Auf dieser Artikelseite verlinken wir die Studien jeweils sofort am jeweiligen Kapitelanfang, weshalb wir auf eine gesonderte Literaturangabe am Seitenende verzichten.



2) Placebos: Funktionieren sie auch, wenn der Patient Bescheid weiß? (Nature Communications Nr. 11, 2020)

Nature Communications Nr. 11, 2020 - Download:


Autoren:

(1) Prof. Ted J. Kaptchuk (et al.), Harvard Medical School, USA et. al.
(2) Dr. Darwin A. Guevarra (et al.), University of Michigan, USA 

Zusammenfassung:

Placebo-Verabreichungen bieten ein kostengünstiges Instrument zur Behandlung einer Vielzahl von klinischen Erkrankungen und nichtklinischen Symptomen. Ein wichtiges ethisches Problem verhindert jedoch ihre weit verbreitete Verwendung: die allgegenwärtige Überzeugung, dass Placebos nur dann wirksam sein können, wenn eine Person getäuscht werden muss, dass sie glaubt, eine aktive Behandlung zu erhalten. Und Patienten bewusst zu täuschen, ist eben ethisch nicht vertretbar.
Inzwischen gibt es aber schon mehrere Studien, in denen Placebos auch ohne Täuschung erfolgreich genutzt wurden, sofern nämlich den Patienten erklärt wurde, was Placebos sind, wie die Wissenschaft ihre Wirkungsweise erklärt und dass Placebos auch positive Wirkungen haben können, selbst wenn die Menschen wissen, dass sie es einnehmen. Dieser Ansatz der verbalen Suggestion löste offenbar den psychologischen Mechanismus aus, der auch sonst von Placebos bekannt ist: Die Erwartung einer Person, dass sich ihr Zustand verbessern wird, führt zur erwarteten Verbesserung.
Allerdings wurden diese Studien meist unter Verwendung von Selbstberichtsmessungen dokumentiert, fragten also das subjektive Befinden der Patienten ab. Objektivierbare biologische Ergebnisse wurden kaum dokumentiert. Daher bleibt unklar, ob die vorteilhaften Wirkungen, die mit nicht täuschenden Placebos verbunden sind, auch tatsächlich körperliche Effekte haben oder "nur" das psychologische, subjektive Wohlbefinden steigern.



3) Dr. Francois Dufresne et al.: Fallstudien zur Wirksamkeit geistiger Heilung (Journal of Alternative and Complementary Medicine, Volume 21, Nummer 6, 2015) 

Journal of Alternative and Complementary Medicine, Volume 21, Nummer 6, 2015 - Download:


Autoren:

- Dr. Francois Dufresne, MD, NYU Lutheran Medical Center, Brooklyn, NY
- Dr. Bonnie Simmons, DO, NYU Lutheran Medical Center, Brooklyn, NY
- Dr. Panagiotis J. Vlachostergios, MD, PhD, NYU Lutheran Medical Center, Brooklyn, NY
- Zachary Fleischner, St. George’s University School of Medicine
- Dr. Ramsey Joudeh, MD, NYU Lutheran Medical Center, Brooklyn, NY
- Jill Blakeway, LAc, YinOva Center, New York, NY
- Dr. Kell Julliard, MA, NYU Lutheran Medical Center, Brooklyn, NY

Zusammenfassung:

Geistige Heilung/Energiemedizin (EM) basiert auf dem Konzept, dass ein geschulter geistiger Heiler durch mentale Fokussierung bzw. Absicht positiven Einfluss auf die physische Gesundheit von Patienten nehmen kann. Für diese am NYU Lutheran Medizinzentrum in Brooklyn (New York) durchgeführte Studie wurden sowohl Patienten mit chronischen Schmerzproblemen, als auch Patienten mit nicht schmerzbezogenen Problemen kostenlos durch den geistigen Heiler Charlie Goldsmith behandelt. Weitere Informationen zu Charlie Goldsmith finden sie auf der nächsten Artikelseite.

Für die Studie wurden insgesamt 32 Patienten untersucht. 24 von ihnen wurden wegen Schmerzproblemen behandelt, diese 24 Patienten hatten insgesamt 50 unterschiedliche Arten von Schmerzproblemen. Nach der Behandlung durch Energiemedizin - die in der Regel nur wenige Sekunden gedauert hat - wurden für 38 (76%) dieser 50 Probleme eine deutliche Besserung berichtet, für 5 (10%) gab es keine Verbesserung und für die verbleibenden 7 gab es entweder eine leichte (8%) oder eine moderate (6%) Verbesserung.

Die 32 Patienten berichteten ebenfalls über 29 unterschiedliche nicht-schmerzbezogene Probleme. Für 23 (79%) dieser Probleme wurde eine deutliche Verbesserung erzielt, 3 (10%) zeigten keine Verbesserung und für die verbleibenden 11% ergab sich eine leichte bis moderate Verbesserung.

Die Behandlungen wurden am Krankenhaus in New York durch Ärzte begleitet, die attestierten, dass die Verbesserungen während der Behandlung durch Energiemedizin und unmittelbar eintraten.

Zur Illustration werden an dieser Stelle zwei dieser 32 Fälle genauer beschrieben:

 - Eine Patientin war eine 45jährige Frau, bei der im Jahr 2003 Brustkrebs diagnostiziert wurde - und der seitdem gestreut hatte. Sie litt gegenwärtig an starken Unterleibsschmerzen. Vor der Behandlung bewertete die Frau die Stärke ihrer Unterleibsschmerzen mit 6 von 10 Punkten, außerdem hatte sie Schmerzen in der Mitte ihres Rückens, die sie mit 7 von 10 Punkten bewertete. Der EM-Heiler platzierte seine Hand für 20 Sekunden etwa 25cm über den Oberbauch der Frau. Unmittelbar danach berichtete die Frau, dass ihre Schmerzen völlig verschwunden waren (0 von 10 Punkten). Daraufhin wurde die EM-Behandlung am Rücken der Frau wiederholt und auch dort verschwanden die Schmerzen völlig (0 von 10 Punkten). Die Patientin wurde nach 15 Minuten erneut befragt und bestätigte die anhaltende Befreiung von Schmerzen.
- Eine andere Patientin war eine 72jährige Frau mit sich verschlimmernden Schmerzen im Knie. Sie konnte dadurch nicht mehr laufen und auch beide Knie nur noch um etwa 5 Grad bewegen. Sie bewertete ihre Schmerzen in beiden Knien mit 10 von 10 Punkten. Nach der EM-Behandlung bewertete sie ihre Schmerzen mit 0 von 10 Punkten, konnte beide Knie voll bewegen, stand auf und konnte mit Hilfe einer Krücke wieder gehen.

Die Autoren der Studie (die mehrheitlich ausgebildete Ärzte sind und während der Durchführung der Studie am genannten Krankenhaus in New York gearbeitet haben) bewerten diese Ergebnisse als vielversprechend und denken, dass ein EM-Heiler in einem Krankenhaus sowohl auf die physischen als auch die emotionalen Probleme von Patienten positiv einwirken könnte.



4) Dr. Marilyn Schlitz et al.: Studie zur Fernheilung von Operationswunden (Explore, Juli/August 2012, Band. 8, Nr. 4)  

Explore, Juli/August 2012, Band. 8, Nr. 4 - Download:


Autoren:

- Dr. Marilyn Schlitz, Institute of Noetic Sciences (Institut für noetische Wissenschaften), Petaluma, USA
- Prof. Harriet W. Hopf, MD, Abteilung für Anästhesie und perioperative Medizin, Universität von Kalifornien, San Francisco, USA
- Loren Eskenazi, MD, FACS, Plastic Surgery Associates, San Francisco, USA
- Dr. Cassandra Vieten, Institute of Noetic Sciences (Institut für noetische Wissenschaften), Petaluma, USA
- Dr. Dean Radin, Institute of Noetic Sciences (Institut für noetische Wissenschaften), Petaluma, USA

Zusammenfassung:

Bei Fernheilung (Distant healing intention, DHI) handelt es sich um eine der am häufigsten angewandten Heilbehandlungen der ergänzenden und alternativen Medizin. Bisher durchgeführte klinische Studien weisen jedoch ambivalente Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit dieser Heilbehandlung auf. Ein möglicher Grund hierfür ist, dass die Wirkung der Fernheilung Variablen umfasst, die empfindlich auf unbekannte, unkontrollierte und unkontrollierbare Faktoren reagieren.
Ziel:
Ziel dieser Studie ist es, zwei dieser potentiellen Variablen – Erwartung und Glaube – zu untersuchen. Hierzu wurde bei 72 Frauen, die sich einer plastischen Operation unterzogen hatten, eine Wirksamkeitsprüfung der objektiven und psychologischen Maßnahmen in der Behandlung der Operationswunden durchgeführt.
Ausführung:
Die Probandinnen wurden unter Verwendung eines Zufallsmechanismus einer der folgenden drei Gruppen zugeordnet: „blinde“ Versuchspersonen, die behandelt wurden, „blinde“ Versuchspersonen, die nicht behandelt wurden (Kontrolle), und Versuchspersonen, die wussten, dass sie behandelt wurden (Erwartung).
Die Ergebnisse wurden mit Hilfe der Kollagenablagerung in den Wunden und mit Hilfe von Selbstbeurteilungen der Patienten ausgewertet.
Die Fernheilung wurde von erfahrenen Fernheilern durchgeführt. Die Probandinnen wurden mit den gleichen Heilsystemen behandelt.
Ergebnisse:
Der Glaube, den die Probandinnen bisher an die Wirksamkeit der Fernheilung hatten, korrelierte negativ mit der psychischen Verfassung, in der sie sich am Ende der Studie befanden (P=.04, zweiseitig). Die Wahrnehmung der Fernheiler hinsichtlich der Qualität ihres subjektiven „Kontakts“ mit den Probandinnen stand in negativer Korrelation mit der Änderung deren Gemütslage (P=.001) und den Kollagenablagerungen in den Wunden (P= .04). Eine post-hoc Analyse ergab, dass unter den „blind“ behandelten Frauen diejenigen, die sich nach einer Brustkrebsbehandlung einer rekonstruktiven Operation unterzogen hatten, sich in einer erheblich positiveren Gemütslage befanden als diejenigen, die sich freiwillig einer Schönheitsoperation unterzogen hatten (P= .004).

Fazit:

Sollten zukünftige Experimente zur Fernheilung die nachträglich gewonnenen Erkenntnisse bestätigen, werden sich einige der in vorherigen Studien festgestellten Ambiguitäten vielleicht auf die Interaktion zwischen dem Glauben, den Erwartungen und der Motivierung der Patienten und der Heiler zurückführen lassen.

Zwei Auszüge aus der Studie

- Nachträgliche Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass die Motivation, sich einem chirurgischen Eingriff zu unterziehen, bei der Modulation der Wirkung der Fernheilung eine wichtige Rolle spielen kann. Die Fernheilung trug nur bei Frauen, die sich nach einer Brustkrebsbehandlung einer rekonstruktiven Operation unterzogen hatten, zu einer positiven Änderung der Gemütslage bei, und nicht den Probandinnen, die sich einer Schönheitsoperation unterzogen hatten […] Diese Erkenntnis lässt darauf schließen, dass die Motivation, sich einer Operation zu unterziehen, sich als eine positive Variable für zukünftige Studien erweisen kann.

- Eine Erklärung dafür, dass sich aus Meta-Analysen ambivalente Schlussfolgerungen hinsichtlich der Wirksamkeit von Fernheilungen ziehen lassen, ist, dass die Fernheilung nicht wirksam ist. Aus dieser Perspektive betrachtet lässt sich die gelegentlich positive Berichterstattung einer ordnungsgemäßen Durchführung dieser Heilbehandlung mit statischen falsch positiven oder selektiven Berichten erklären. Eine alternative Erklärung hierfür ist, dass Fernheilung zwar wirksam ist, die maßgeblichen Variablen zur Modulation der Wirkung jedoch nicht hinlänglich nachvollziehbar sind oder auf komplexe Weise interagieren. Letztendlich werden zukünftige empirische Studien oder neu entwickelte Theorien erforderlich sein, um entscheiden zu können, welche dieser Erklärungen der Wahrheit näher kommt.



5) Prof. Dr. William Bengston: Erforschung alternativer Heilmethoden (Interview)

AUDIO: William Bengston on Healing

72 Minuten, englisch, mp3-Download

http://media.blubrry.com/skeptiko/s/content.blubrry.com/skeptiko/skeptiko-185-william-bengston.mp3

0:00:00 Einführung in die Forschung von Dr. Bengston
0:03:10 Beginn des Interviews, Bildungshintergrund von Dr. Bengston
0:06:50 Wie Dr. Bengston begann sich für paranormale Phänomene zu interessieren
0:13:05 Klinische Studien mit Mäusen zur Heilung von Krebs durch Handauflegen
0:22:30 Die Rolle des Glaubens beim Handauflegen, Gespräche mit Skeptikern
0:26:40 Skeptiker und Gläubige, die Psychologie des Glaubens
0:29:10 Gesellschaft für wissenschaftliche Forschung - Untersuchung ungewöhnlicher Themen
0:34:00 Dr. Bengston's Experimente zu Gehirnwellen und Telepathie
0:42:50 MRT-Doppelblind-Studien von Dr. Bengston zu Telepathie
0:46:00 Nahtod-Forschung, Effektivität mentaler Heilung wenn man nicht daran glaubt
0:54:25 Moral und Tierversuche, Probleme bei der Forschung mit Menschen
1:01:50 PEAR Labs Versuche
1:02:40 Experimente dazu, dass Absicht auch das Krebswachstum beschleunigen kann
1:05:50 Informationen zu Dr. Bengston's wissenschaftlichen Veröffentlichungen
1:08:50 Ende des Interviews



6) Dr. Noemi Kempe: Informationsmedizin und Epigenetik (Interview)

AUDIO: Informationsmedizin mit Dr. Noemi Kempe (Interview CropFM)

56:34 Minuten, deutsch, mp3-Download

http://cropfm.at/mp3/sendung_informationsmedizin.mp3

01:05 Einführung in Informationsmedizin & Epigenetik, Vorstellung Dr. Kempe
05:25 Beginn des Interviews, Informationsmedizin, Felder und Frequenzen
08:45 Messungen mit IMEDIS, Historie der Entwicklung von Messmethoden für Symptome
14:55 Homöopathie ist Informationsmedizin, Wasser als Informationsträger
19:30 Forschung zu Rutengängern und Wasseradern - Auswirkungen auf Gesundheit
21:30 Bewusstsein, das Unbewusste, Wahrnehmungsfilter, Informationsmedizin
25:15 Epigenetik, Übergang von Information ohne Masse zu massebasierter Information
28:30 Darwin vs. Lamarck, Humangenomprojekt, Junk-DNA, Schnittstelle Feld-Materie
33:45 Resonanzprinzip, Esoterik, Fritjof Capra's Tao der Physik
36:55 Quantenphysik, digitale Information, Realität als Computersimulation
39:05 Ray Kurzweil & Transhumanismus, unerklärliche Phänomene, Kornkreise
42:40 C.G.Jung & Archetypen, Wilhelm Reich & Orgon, Cloudbuster
48:45 Wissenschaft und Intuition, Hawaii's Kahuna Lehre
52:00 Ende des Interviews



7) Prof. Leonard Leibovici: Auswirkungen zeitlich rückwirkender Fürsprechgebete (British Medical Journal, Ausgabe 323, Dezember 2001)

British Medical Journal, Ausgabe 323, Dezember 2001 - Download:

https://www.researchgate.net/publication/11606637_Effects_Of_Remote_Retroactive_Intercessory_Prayer_On_Outcomes_In_Patients_With_Bloodstream_Infection_Randomised_Controlled_Trial

Autor:

Prof. Leonard Leibovici, Medizinprofessor, Universität von Tel-Aviv, Israel

Zusammenfassung:

- Ziel: Untersuchung, ob zeitlich rückwirkende Fürsprechgebete sich positiv auf den Gesundheitszustand einer Gruppe von Patienten mit Blutvergiftung auswirken. Genauere Erklärung: Die Patienten, die geheilt werden sollten, waren bereits mehrere Jahre bevor dieser Versuch durchgeführt wurde, wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Es wurde versucht, zeitlich rückwirkend einen positiven Einfluss auf ihren Gesundheitszustand auszuüben.
- Versuchsdesign: Doppelblind, parallele Kontrollgruppe, Versuch mit per Zufall ausgewählten Patienten, zeitlich rückwirkende Beeinflussung
- Ort des Versuchs: Universitätskrankenhaus Rabin Medical Center in Israel
- Versuchsgruppe: 3393 erwachsene Patienten bei denen zwischen 1990 und 1996 eine Blutvergiftung im Universitätskrankenhaus diagnostiziert wurde.
- Einflussnahme (Durchführung des Versuchs): Im Juli 2000 wurden die Patienten per Zufall in eine Kontrollgruppe und eine zu beeinflussende Versuchsgruppe eingeteilt. Für die zu beeinflussende Versuchsgruppe wurden (zeitlich rückwirkend) Gebete für ihre schnelle Genesung gesprochen.
- Messgrößen: Sterberate, Länge des Krankenhausaufenthalts, Dauer des Fiebers
- Ergebnisse: Sterblichkeit lag bei 28.1% (475/1691) in der zu beeinflussenden Gruppe gegenüber 30.2% (514/1702) in der Kontrollgruppe (P = 0.4). Länge des Krankenhausaufenthalts und Dauer des Fiebers waren in der zu beeinflussenden Gruppe signifikant niedriger (P=0.01 und P=0.04)
- Fazit: Zeitlich rückwirkende Fürsprechgebete führen zu kürzeren Krankenhausaufenthalten und einer kürzeren Fieberphase bei Patienten mit Blutvergiftung und sollten deshalb als Heilmethode in Krankenhäusern in Betracht gezogen werden.

Anmerkung von Matrixwissen.de: Diese Untersuchung ist besonders schräg, weil sie so konzipiert ist, dass vergangene Ereignisse zeitlich rückwirkend beeinflusst werden sollten. Wenn die Abweichungen nicht zufällig sein sollten und tatsächlich mit den Gebeten in Verbindung stehen sollten, stellt sich hier die Frage nach den zugrundeliegenden Ursache-Wirkungs-Beziehungen.



8) Dr. John Astin et al.: Die Effizienz von "Fernheilung" (Annals of Internal Medicine, Ausgabe 132, Juni 2000)

Annals of Internal Medicine, Ausgabe 132, Juni 2000 - Download:


Autoren:

- Dr. John A. Astin, Kernan Hospital Mansion, Baltimore (USA)
- Dr. Edzard Ernst, Fachbereich Komplementärmedizin, Universität von Exeter (UK)
- Elaine Harkness, Fachbereich Komplementärmedizin, Universität von Exeter (UK)

Zusammenfassung:

- Ziel: Systematische Analyse unterschiedlicher Formen von „Fernheilung“
- Quellen: Studien aus den Datenbanken MEDLINE, PsychLIT, EMBASE, CISCOM und Cochrane Library
- Auswahlkriterien: Zufällige Zuordnung, Placebokontrolle oder andere adäquate Kontrolle, Publikation in durch Experten geprüften Journalen, Menschen als Versuchspersonen
- Datenauswertung: Durch zwei unabhängig voneinander arbeitende Forscher
- Datensynthese: 23 Versuchsreihen mit 2774 Patienten erfüllten die Auswahlkriterien
- 5 Versuchsreihen zu Gebeten als Fernheilungsmethoden
- 11 Versuchsreihen zu berührungsloser therapeutischer Heilung
- 7 Versuchsreihen zu anderen Formen von Fernheilung
- Ergebnis: Von den 23 Studien zeigten 13 (57%) statistisch signifikante Heilerfolge, 9 zeigten keine Verbesserung gegenüber der Kontrollgruppe und 1 Studie zeigte einen negativen Effekt gegenüber der Kontrollgruppe
- Fazit: Aufgrund der methodologischen Limitierungen einiger Studien gestaltet sich das Ziehen eines definitiven Fazits zur Effizienz von Fernheilung schwierig. Da etwa 57% der Versuchsreihen positive Heilerfolge aufzeigen, ist dieser Effekt es wert, weiter erforscht zu werden.