Was Kornkreise sind und warum manche von ihnen bis heute so rätselhaft sind
Kornkreis von Milk Hill, 13. August 2001. Bildquelle: https://snl.no/kornsirkler (Public Domain)
Sein Durchmesser betrug 240 Meter und er bestand aus 409 Einzelkreisen, die allesamt perfekt zueinander angeordnet waren und ein atemberaubendes, symmetrisches Muster ergaben. Zur Verdeutlichung: Die Länge eines Fußballfeldes beträgt 105 Meter. Der Gesamtdurchmesser dieses Gebildes betrug also mehr als das Doppelte eines Fußballfeldes! Wie könnte eine Handvoll Menschen das in nur einer Nacht bewerkstelligen? Wie könnten sie in der Dunkelheit solch eine exakte Präzision erzielen? Wie wäre es möglich, dass sie dabei keinerlei Spuren hinterlassen? Wie gelänge es ihnen, so diskret und geräuschlos vorzugehen, dass niemand auch nur irgendetwas davon mitbekommt? Und warum sollten sich die Urheber dieses gigantischen Kornkreises auch über zwei Jahrzehnte später nicht zu ihrem fantastischen Kunstwerk bekennen? Warum diese Geheimnistuerei? Welchen Sinn sollte solch eine Aktion haben?
Kornkreis von Barbury Castle, 1. Juni 2008. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lucy_Pringle_Aerial_Shot_of_Pi_Crop_Circle_-_panoramio.jpg (sirk_nala; gemeinfrei)
Auch hier stellt sich die Frage, wie eine Gruppe von Spaßvögeln so etwas in solch erstaunlicher Präzision in nur einer Nacht anlegen könnte – ohne irgendeine Spur zu hinterlassen und ohne dabei erwischt zu werden. Noch dazu liegt in der Geometrie dieses Kornkreises eine intelligente mathematische Symbolik verborgen: Achten Sie einmal auf die spiralförmige Linie, die an verschiedenen Stellen jeweils durch rechtwinklige „Sprünge“ nach außen geschoben wird. Die Abstände zwischen diesen „Sprüngen“ sind unterschiedlich lang. Außerdem sieht man direkt hinter dem ersten rechtwinkligen „Sprung“ (vom Zentrum aus gesehen) einen kleinen Punkt sowie drei weitere, größere Punkte ganz am Ende der Spirale. Dass diese Anordnung wohl nicht zufällig gewählt ist, fand als erstes der Astrophysiker Michael Reed heraus: Teilt man den Kornkreis in zehn gleich große Segmente und verfolgt man dabei die rechtwinkligen „Sprünge“ in der Spirallinie, lässt sich aus diesem Kornkreis die berühmte Kreiszahl Pi ablesen.
Bildquelle: Daily Mail: https://www.dailymail.co.uk/news/article-1027178/Easy-pi-Astrophysicist-solves-riddle-Britains-complex-crop-circle.html
Die Zahl Pi lautet 3,141592654... und hat unendlich viele weitere Nachkommastellen. Die Zahl 3 vor dem Komma entspricht der Anzahl an der drei ersten Zehntel-Segmente zu Beginn der Spirale bis zum ersten rechtwinkligen "Sprung" in der Spirale (siehe die kleinen roten Felder im Zentrum). Genau am Ende dieser drei Zehntel-Stücke befindet sich ein Punkt, der den Dezimalpunkt bzw. das Komma darstellen soll. Dahinter folgt ein grünes Zehntel-Segment bis zum nächsten rechtwinkligen Sprung. Dieses einzelne Zehntel-Segment steht für die Zahl 1 hinter dem Komma. Dann folgen vier violette Zehntel-Blöcke die für die Zahl 4 stehen - und so weiter. Hinter der letzten Nachkommastelle (siehe die vier äußeren, blauen Zehntel-Blöcke für die Zahl 4) sind drei Kreise angeordnet, die darauf hinweisen, dass bei Pi eigentlich unendlich viele weitere Nachkommastellen folgen.
Im weiter unten verlinkten Video erklärt der Kornkreisforscher Andreas Müller den Zusammenhang noch etwas anschaulicher anhand einer visuellen Animation (ab Minute 22:40). Daneben finden Sie in der gleichen Videoquelle viele weitere hochinteressante Kornkreise unbekannten Ursprungs, von denen allerdings nicht alle auf eine nichtmenschliche Urheberschaft hindeuten.
Trotzdem zeigt diese Videodokumentation sehr nachvollziehbar, warum zumindest Kornkreise wie diejenigen von Milk Hill und Barbury Castle womöglich nicht von Menschen gemacht worden sind.
50:06 Minuten, deutsch, Quelle: http://www.NuoViso.TV // http://www.exopolitik.org
NuoViso begab sich im Sommer 2008 nach Wiltshire in Südengland, um dort Kornkreisforscher bei ihrer Arbeit zu begleiten. Diese versuchen dem Phänomen mit wissenschaftlichen Methoden auf den Grund zu gehen, spüren ungewöhnliche Wachstumsknoten im Getreide, magnetische Partikel im Feld, sowie mutmaßliche Auswirkungen von Mikrowellenstrahlung auf.
Anmerkung: Beim ab Minute 32:00 vorgestellten Kornkreis von Chilbolton gibt es keine ausreichenden Bodenproben und es ist auch nicht überliefert, in welchem Zeitraum dieser Kornkreis entstand. Der Kornkreisforscher Andreas Müller weist deshalb in einem Online-Artikel darauf hin, dass leider offen bleiben muss, ob dieses Gebilde echt oder gefälscht ist. Sicher ist sich Müller aber aufgrund eigener Begehung, dass das ab Minute 33:40 gezeigte Gebilde menschliche Landschaftskunst und keinen "echten" Kornkreis darstellt.