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Bewusstseinsforschung

Wissenschaftliche Studien zu Jenseitskontakten (3/4)
Jenseits-Kontakte live im Fernsehen?


Über einen ungewöhnlichen TV-Auftritt von Paul Meek und ein seltsames Live-Experiment mit "Tonbandstimmen" unter Aufsicht von Prof. Senkowski


Inhaltsübersicht:

  1. Paul Meek: Jenseitskontakt live im TV?
  2. Prof. Ernst Senkowski: "Tonbandstimmen" live auf Sendung?
  3. Weiterführende Informationen und Buchtipps

1) Paul Meek: Jenseitskontakt live im TV?

In der Sendung „Mysteries“ des Moderators Jörg Dräger trat 1997 ein gewisser Paul Meek auf. Paul Meek ist ein begnadeter Konzertpianist und Tenor aus England, der ursprünglich eine Karriere als Opernsänger anstrebte. Er zog nach Deutschland, wo er eine Anstellung an der Oper von Bayreuth gefunden hatte. Nach nur wenigen Jahren nahm er dann aber Abstand von seinen musikalischen Ambitionen. Er wandte sich stattdessen einer anderen Gabe zu, die er in seiner frühen Jugend infolge einer Nahtoderfahrung entwickelt haben will: die telepathische Kommunikation mit Verstorbenen. Seither bietet Paul Meek Jenseitskontakte als Dienstleistung für Hinterbliebene an. Zudem bildet er in seiner „Mediale Highschool“ in München andere Menschen zu Medien aus.

Viele würden vorab sicherlich keinen Cent darauf wetten, dass Jenseitskontakte überhaupt möglich sind – erst recht nicht im Rahmen einer TV-Show. Allein die Tatsache, dass so etwas im Privatfernsehen ausgestrahlt wurde, riecht eigentlich verdächtig nach sensationsheischender Publikumstäuschung. Das Irritierende an der folgenden Aufzeichnung ist aber, dass man keine Anhaltspunkte findet, das Gezeigte als Inszenierung zu entlarven. Paul Meek scheint hier auf den ersten Blick tatsächlich in Kontakt zu Verstorbenen zu stehen, deren Hinterbliebenen im Publikum sitzen. Denn er schildert ausgewählten Studiogästen in hochgradig präziser Weise biographische Details aus dem Leben ihrer verstorbenen Anverwandten. Darüber hinaus übermittelt er ihnen aufwühlende persönliche Botschaften. Dabei wirken weder Paul Meek selbst noch die Studiogäste mit ihren starken emotionalen Reaktionen wie Betrüger oder Schauspieler. Das Ganze sieht insofern gar nicht wie ein abgekartetes Spiel aus – und wenn doch, dann ist es gut gemacht!

Nehmen wir als Beispiel den Verstorbenen, den Paul Meek ab Minute 10:32 wahrzunehmen scheint. Er beschreibt ihn als jungen Mann, der im Ausland gestorben sei. Ursächlich dafür seien Probleme mit dem Kopf gewesen. Dieser Verstorbene sei auf der Suche nach einer Person im Publikum, zu der er Kontakt aufnehmen wolle. Nachdem sich im Publikum eine junge Dame meldete, die sich angesprochen fühlte, grenzte Paul Meek das Alter des Verstorbenen auf Anfang 20 ein und präzisierte auch die Todesursache: Eine schwere Verletzung am Hinterkopf. Des Weiteren sei der Mann schon vor seinem Tod ein wenig durcheinander gewesen, weil er Probleme gehabt und sich nicht wohlgefühlt habe. All diese Angaben konnte die Hinterbliebene bestätigen (siehe die entsprechende Nachberichterstattung im folgenden Video ab Minute 20:57). Wie soll man diese Kombination aus verschiedenen Details zufällig richtig erraten können?

VIDEO: Paul Meek im Kontakt mit Verstorbenen während einer TV-Show

28:47 Minuten, deutsch

00:00 Anmoderation und Vorstellung von Paul Meek
05:50 Live-Jenseitskontakte mit verstorbenen Angehörigen verschiedener Studiogäste
16:26 Anmoderation der Nachberichterstattung wenige Wochen später
17:55 Interview mit den Studiogästen Paul und Maria Konvent (bzgl. verstorbenem Bruder)
19:32 Interview mit den Studiogast Gaby Koßel (bzgl. verstorbenem Freund)
23:30 Interview mit den Studiogast Doris Wiese (bzgl. verstorbener Mutter)

Cold Reading scheint im Fall dieses durch einen Unfall gestorbenen jungen Mannes wohl ausgeschlossen. Mit Cold Reading ist eine betrügerische Technik gemeint, mit der man seinem Gegenüber durch allgemeine Aussagen und geschickte Fragestellungen Informationen entlockt, die man dann im weiteren Gesprächsverlauf als angeblich übersinnlich empfangene Botschaft präsentiert. Paul Meek fragt die Hinterbliebene aber zunächst gar nichts, weil er ja noch gar nicht weiß, zu wem der von ihm wahrgenomme Mann gehört. Er liefert nur und beschreibt den Verstorbenen nicht allgemein und vage, sondern mit sehr präzisen Details (männlich, jung, im Ausland gestorben, mit Problemen am Kopf).

Wäre Paul Meek ein Betrüger, wäre er ein ziemlich hohes Risiko eingegangen, durch die Kombination der Merkmale „männlich“, „jung“, „im Ausland gestorben“ und „Probleme im Kopfbereich“ seine Trefferchancen derart einzuschränken. Die Wahrscheinlichkeit, dass aus kaum mehr als 100 Studiogästen jemand dabei ist, der einen jungen Mann mit Beschwerden am Kopf im Ausland verloren hat, ist nicht gerade groß. Und selbst nachdem sich die Hinterbliebene im Publikum meldete, gab diese keine neuen Informationen preis, die Paul Meek dann später geschickt und trickreich als übersinnliche Botschaft hätte inszenieren können. Die Dame im Publikum bestätigt auf Nachfrage nur das, was Paul Meek ohnehin schon erwähnt hatte. Paul Meeks weitere Präzisierungen, wonach der junge Mann mit Anfang 20 (und nicht mit Ende 20 oder als Teenager) gestorben sei, die Verletzung den Hinterkopf betreffe (und nicht irgendeine andere Stelle am Kopf) und der Verstorbene außerdem im Vorfeld unter mentalen Schwierigkeiten gelitten habe, sind wohl keine Informationen, die man allein aus der Mimik eines Studiogastes hätte ablesen können.

Als Skeptiker ist man natürlich dennoch geneigt, Betrug zu vermuten. Bei den Hinterbliebenen im Publikum könnte es sich ja vielleicht um eingeweihte Schauspieler handeln. Auch diesem Verdacht sind wir nachgegangen. Zunächst haben wir nach Zeitungsartikeln rund um die RTL-Show gesucht. Wäre das Ganze ein Schwindel gewesen, hätte das ja irgendwann auffliegen müssen. Wir konnten jedoch nichts finden, was darauf hindeutet. Anschließend haben wir die Vita von Paul Meek genauer unter die Lupe genommen. In der Berichterstattung über ihn tauchen zwar hin und wieder Vorwürfe auf, er läge in verschiedenen Live-Shows mit seinen Aussagen daneben oder seine Aussagen seien viel zu allgemein, sodass mitunter tatsächlich Betrugsverdacht erhoben wird. Auf die hier präsentierte Szene aus dem obigen Video passen diese Vorwürfe aber nicht. Desweiteren enthält das Video wie schon angedeutet noch eine Nachberichterstattung, in der die Hinterbliebenen aus der Show mit etwas zeitlichem Abstand erneut interviewt wurden. Dabei wurden sogar die Namen der Hinterbliebenen eingeblendet, die man deshalb durch eine Webrecherche überprüfen kann. Dabei konnten wir keinerlei Hinweise darauf finden, dass es sich um Schauspieler oder Eingeweihte handelt. Davon abgesehen wirkten die Hinterbliebenen auch in dieser Nachberichterstattung sehr authentisch. Machen Sie sich gerne selbst ein Bild. In dem vorhin verlinkten Video sehen Sie ab Minute 16:26 die nachträglichen Interviews mit den Angehörigen.

Sofern in dieser Sendung kein Betrug und auch keine kollektive Halluzination stattfand, liefert sie ein mögliches Indiz dafür, dass unser Bewusstsein erstens den physischen Tod überlebt und zweitens aus einer nichtphysischen Welt heraus mit Menschen in der physischen Welt kommunizieren kann.

Systematische Experimente verschiedener seriöser Wissenschaftler erhärten diesen Verdacht. Die im deutschen Sprachraum bekannteste Studie dieser Art stammt von Professor Oliver Lazar und nennt sich „Empirical Research of the Effectiveness and Authenticity of Messages from Spirit“ – kurz: „EREAMS“. Sie ist die zurzeit umfangreichste empirische Studie zu Jenseitskontakten auf der ganzen Welt und ihr haben wir deshalb eine eigene Artikelseite gewidmet ("Die EREAMS-Studie aus Deutschland"). Weitere Studien finden Sie auf der Artikelseite "Historische und internationale Studien". 

2) Prof. Ernst Senkowski: "Tonbandstimmen" live auf Sendung?

Einen Spezialfall innerhalb der Jenseitskontakte stellt die „Instrumentelle Transkommunikation“ dar. Diese Wortschöpfung geht auf den Experimentalphysiker und Elektrotechniker Prof. Ernst Senkowski zurück, der hierzu ein umfangreiches Werk mit dem sperrigen Titel „Instrumentelle Transkommunikation. Dialog mit dem Unbekannten. Stimmen, Bilder, Texte. Ergebnisse und Probleme medial-technischer Verwirklichung audio-visueller Kontakte mit autonom erscheinenden intelligenten Strukturen aus unbekannten Seinsbereichen“ veröffentlicht hat (siehe hierzu auch die Quellenangaben am Seitenende). Dabei ist die Sache, um die es hier geht, eigentlich ganz einfach: Die Verstorbenen (oder andere hypothetische Wesenheiten) kommunizieren bei der instrumentellen Transkommunikation nicht mit einem menschlichen Medium, sondern geben sich durch die Manipulation technischer Geräte zu erkennen.

VIDEO: Interview mit Prof. Ernst Senkowski

94 Minuten, deutsch

Prof. Ernst Senkowski (1922-2015) stammt aus Hamburg und studierte Experimentalphysik. Er war Dozent für Physik und Grundlagen der Elektrotechnik an der Ingenieurschule Bingen und Professor im Fachbereich Elektrotechnik an der Fachhochschule Rheinland-Pfalz.
Seit 1976 beschäftigte er sich in freier Forschung mit dem Phänomen der Jenseitsstimmen und prägte hierfür den Begriff der "instrumentellen Transkommunikation". Dieses Interview stellt den Menschen Ernst Senkowski und seine grenzwissenschaftliche Forschung ausführlich vor.

Entdeckt beziehungsweise einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde das Phänomen der instrumentellen Transkommunikation durch den schwedischen Opernsänger und Maler Friedrich Jürgenson (1903-1987), der im Frühjahr 1959 mit seinem Tonbandgerät Vogelstimmen aufzeichnen wollte und nach eigenen Angaben beim späteren Abhören der Bänder Stimmen entdeckte, die ihn mit seinem Namen ansprachen. Er glaubte zunächst an einen technischen Defekt, kam aber dann zum Schluss, dass offenbar Verstorbene einen Weg suchten, Kontakt zu ihm aufzunehmen.

Das Besondere an solchen Tonbandstimmen ist, dass sie denen der Verstorbenen in ihrer Klangfarbe ähneln, ansonsten aber sehr roboterhaft und monoton klingen. Man hört natürlich auch kein Atmen, denn die Stimmen werden ja nicht erzeugt, indem jemand Luft durch Stimmbänder presst. Stattdessen wirken die Stimmen so, als würde das Grundrauschen auf den Tonbändern derart manipuliert, dass es Frequenzen annimmt, die der Stimme des Verstorbenen entsprechen.

Im Rahmen einer TV-Show des Moderators, Journalisten und Autors Rainer Holbe im Jahr 1987 kam es unter Beteiligung von Prof. Ernst Senkowski zu einem Experiment zwecks Demonstration solcher Tonbandstimmen. Die während des Experiments generierten Stimmen sind sehr verzerrt und darum inhaltlich kaum verständlich, wohl aber laut vernehmbar. Ob die Demonstration authentisch war und die Urheber der Stimmen tatsächlich Verstorbene oder andere jenseitige Wesen waren, vermögen wir ohne weitere Überprüfungsmöglichkeiten nicht zu beurteilen. Machen Sie sich gerne selbst ein erstes Bild und schauen Sie sich das Experimentim folgenden Video. Ab Minute 34:05 sind erste Stimmen hörbar.

VIDEO: Jenseitsstimmen in TV-Sendung "Unglaubliche Geschichten" mit Rainer Holbe (ganze Sendung)

49:24 Minuten, deutsch

00:00 Anmoderation und erste Fragen an die Studiogäste Prof. Ernst Senkowski (Physiker) und Elmar Gruber (Parapsychologe)
05:34 Vorstellung der Experimentatoren Hans-Otto König (Elektro-Akustiker) und Marlene Dohrmann (Mutter einer verstorbenen Tochter und Anwenderin instrumenteller Transkommunikation)
10:43 Erläuterungen zum Ablauf und zu den Erfolgsvoraussetzungen des Experiments
13:40 Start des Experiments
18:45 Nadel an einem Messgerät schlägt aus, es folgen erste ganz leise Stimmen
19:55 Abbruch der ersten Kontaktversuche und Deutung der Kontaktschwierigkeiten durch Prof. Senkowski und Elmar Gruber
22:04 Wiederaufnahme der Kontaktversuche und interessanter Austausch zwischen Moderator Holbe und Gast Prof. Senkowski
26:40 Erneute Unterbrechung des Experiments und Einblendung eines erfolgreichen Experiments aus dem Vorjahr (dieser Ausschnitt ist im nachstehenden Video separat präsentiert)
33:15 Erneute Wiederaufnahme des Experiments
34:05 Stimmen sind sporadisch für mehrere Minuten laut hörbar (aber kaum verständlich)
40:50 Weiterführende Gedanken von Moderator und Studiogästen
45:35 Warnung vor Gefahren bei der Beschäftigung mit Transkommunikation und anderen paranormalen Phänomenen
47:45 Abmoderation


In der nächsten Videoquelle finden Sie außerdem einen kurzen Ausschnitt aus einer anderen Sendung, die einige Monate vor dem oben gezeigten Experiment ausgestrahlt wurde. Auch hier sind sporadisch laut vernehmbare, aber verzerrte und kaum verständliche Stimmen hörbar, deren Herkunft technisch nicht erklärbar scheint – vorausgesetzt, es liegt kein Betrug vor. Dafür gibt es aber auch nach Jahrzehnten keinen Anhaltspunkt. Der Moderator Rainer Holbe bekräftigt im Gegenteil 25 Jahre später noch einmal die Echtheit der Ereignisse (siehe hierzu das weitere Video).

VIDEO: Jenseitsstimmen in TV-Sendung "Unglaubliche Geschichten" mit Rainer Holbe (Ausschnitt)

5:09 Minuten, deutsch

Dieser Ausschnitt stammt aus einer Sendung, die einige Monate vor dem oben im Video gezeigten TV-Experiment ausgestrahlt wurde. Auch hier sind sporadisch laut vernehmbare, aber verzerrte, kaum verständliche Stimmen hörbar, deren Herkunft technisch nicht erklärbar ist (vorausgesetzt, es liegt kein Betrug vor. Dafür gibt es aber auch nach Jahrzehnten keinen Anhaltspunkt. Der Moderator Rainer Holbe bekräftigt im Gegenteil 25 Jahre später noch einmal die Echtheit der Ereignisse - siehe nächstes Video).

VIDEO: Rückblickendes Interview mit Rainer Holbe 25 Jahre nach dem TV-Experiment

4:35 Minuten, deutsch

In diesem kurzen Interview blickt Rainer Holbe ab Minute 2:30 auf die oben präsentierten TV-Sendungen zurück. Dabei gibt er interessante Einblicke und Zusatzinformationen zu den Hintergründen der Sendungen und bekräftigt, dass es sich dabei nicht um Betrug gehandelt haben könne.

3) Weiterführende Informationen und Buchtipps